Biotechnologie
Life Science Kompetenz in Nordrhein-Westfalen
Letzte Aktualisierung: 19.12.2012
Inhalt:
1. Die Branche in NRW
Der Biotechnologie-Standort Nordrhein-Westfalen zeichnet sich durch eine erstklassige Forschung, zahlreiche international erfolgreiche Niederlassungen ansässiger Biotechnologieunternehmen im Umfeld einer starken global operierenden Chemie- und Pharmaindustrie aus.
Es gibt rund 300 Life Science Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, darunter ca. 170 mit Fokus auf industrielle und pharmazeutische Biotechnologie, Nanobiotechnologie, forschungsunterstützende Schlüsseltechnologien sowie analytische und diagnostische Dienstleistungen. International bekannte Schwergewichte Qiagen und Miltenyi Biotec haben ihre Firmensitze in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmensspektrum reicht von jungen dynamischen Unternehmen wie Artes Biotechnology, Bitop, Dasgip oder Protagen bis zu den Großunternehmen der Chemie- und Pharmabranche wie Bayer, Henkel und Evonik Industries.
Die Biotechnologie ist eine Querschnittstechnologie mit hohem Anwendungspotenzial in vielen Lebensbereichen insbesondere Gesundheit/Medizin, Chemie, Ernährung und Umwelt. Als dynamisch wachsendes Zukunftsfeld, verfügt sie über großes Potential für Innovation, Wachstum und Beschäftigung.
An fast allen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen ist der Querschnittsbereich Biotechnologie vertreten. An elf Universitäten, sechs Fachhochschulen, sieben Max-Planck-Instituten, vier Leibniz-Institutionen, zwei Helmholtz-Einrichtungen und caesar in Bonn (center of advanced european studies in research) wird speziell im Bereich Life Sciences / Biotechnologie geforscht. Die Lebenswissenschaften profitieren von den sechs Universitätskliniken und von zahlreichen Technologiezentren, die den Transfer in unmittelbarer Nähe der Hochschulen fördern.
2. Ziele und Aufgaben des Clustermanagements
Der Cluster Biotechnologie in den Leitmärkten "Gesundheit", und "Neue Werkstoffe und Produktionstechnologien" ist ein Kristallisationspunkt und damit Treiber zukunftsfähiger, innovationsfördernder Prozesse in Nordrhein-Westfalen. Das Clustermanagement wird Wissenschaft und Wirtschaft weiter verzahnen und den Technologietransfer intensivieren.
Entsprechend sollen dabei Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Kompetenznetzwerke und Initiativen in einen intensiven Austausch treten und damit die Zusammenarbeit der Akteure intensivieren. BIO.NRW – Cluster Biotechnologie Nordrhein-Westfalen wird vorhandene Stärken und Spitzenleistungen Nordrhein-Westfalens noch deutlicher profilieren und diesen national und international zu weiterer entsprechender Anerkennung verhelfen.
Zu den Aufgaben des Clustermanagements gehört die strategische Vernetzung von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, bestehenden Kompetenznetzwerken und Initiativen. Wissenschaft und Wirtschaft sollen fortan weiter verzahnt werden mit dem Ziel, kreative Wertschöpfungsketten zu initiieren und weiter auszubauen. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Innovationskraft mittelständiger Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.
Die Geschäftsstelle BIO.NRW unterstützt den Clustermanager in seiner Mission und ist zentraler Ansprechpartner für Wissenschaft, Wirtschaft, Investoren, Politik und Medien.
3. Arbeitsschwerpunkte und Projekte des Clusters
Als Teil der Biotechnologischen Innovationsoffensive der Landesregierung unterstützt BIO.NRW – Cluster Biotechnologie Nordrhein-Westfalen die Bündelung und Präsentation vorhandener Stärken und den strategischem Ausbau neuer Kompetenzfelder des Biotechnologiestandorts NRW.
Vor dem Hintergrund, dass NRW einer der stärksten Pharma- und Chemiestandorte ist, spielen insbesondere die industrielle ("weiße") Biotechnologie sowie ("rote") Biotechnologie an der Schnittstelle zu molekularer Medizin eine wesentliche Rolle.
Arbeitsschwerpunkte von BIO.NRW sind:
- Bereitstellung von Informationen sowie Profilschärfung des Biotechnologiestandorts durch PR und Marketing
- Identifikation thematischer Schwerpunkte in der Biotechnologie und Ausbau von Innovationsplattformen entlang der Wertschöpfungsketten
- Initiierung von Fördermaßnahmen zur Unterstützung identifizierter Stärken
- Vernetzung und Internationalisierung
- Nachwuchsförderung und -qualifikation
- Politikberatung
4. Highlights aus dem Cluster
Vorfahrt für Business Angels in der Biotechnologie

BIO.NRW - Sie sind die Hoffungsträger für Gründer in der Biotechnologie-Branche geworden: Privatinvestoren mit unternehmerischem Hintergrund, auch Business Angels genannt. Denn seit der Markt für institutionelle Risikokapital-Finanzierungen in Deutschland quasi zusammengebrochen ist, erhalten die verbliebenen privaten Investoren zunehmend an Gewicht. Doch gerade im Gebiet der Life Sciences treffen Business Angels auf einen Dschungel an Rahmenbedingungen und steuerlichen Regelungen einerseits und Fördermöglichkeiten andererseits. Der erste Business Angels Kongress von BIO.NRW am 27. Februar sollte hier Orientierung bieten. Mehr als 80 Teilnehmer hatte das Treffen im NRW-Forum in Düsseldorf angelockt. Da traf es sich bestens, dass zeitgleich auch aus Berlin positive Signale gesendet wurden: die Bundesregierung plant noch in diesem Jahr eine Investitionszulage für Business Angels.
Landescluster auf dem Nordrhein-Westfalen-Tag in Bonn

ExzellenzNRW - Vom 1. bis 3. Oktober haben sich die nordrhein-westfälischen Landescluster in Bonn auf dem „Weg der Innovation“ (Kurt-Schumacher-Straße) mit Experimenten und Mitmach-Aktionen präsentiert. Das Spektrum reichte dabei von einem Fahrsimulator über innovative Werkstofflösungen bis hin zu einer Solartorwand, die die Langlebigkeit von Solarmodulen demonstriert.
Großes Potenzial für die Bioökonomie in NRW

BIO.NRW - Auf dem Weg zu einer biobasierten Industrie kann Nordrhein-Westfalen aus dem Vollen schöpfen. Eine Studie der Unternehmensberatung Capgemini bescheinigt dem größten deutschen Energie- und Chemiestandort ein großes Potenzial für die Umsetzung einer solchen Bioökonomie. Insbesondere in den Feldern Bioraffinerie, Biopolymere, Diagnostik und biofunktionalen Oberflächen sehen die Analysten besondere Stärken.
„CleanTechNRW“ – Initiative für den Schutz des Klimas

BIO.NRW, CHEMIE.NRW - Wirtschaft und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen bündeln ihre Kräfte für den Klimaschutz. Dazu ist die Initiative "CleanTechNRW" offiziell zum Spitzencluster-Wettbewerb des Bundes an den Start gegangen. Ziel sind unter anderem nachhaltige, CO2-arme Produkte und Verfahren und neue Energielösungen. Zu den ersten Mitgliedern von "CleanTechNRW" gehören die Unternehmen Evonik, Henkel, Lanxess, RWE und ThyssenKrupp sowie der Bayer-Konzern, der die Federführung übernommen hat. Die Initiative setzt vor allem auf Konvergenz und den Know-how-Austausch.
Zentrum für Bioökonomieforschung gegründet

BIO.NRW - Seit dem 21. Oktober 2010 gibt es in Nordrhein-Westfalen das Bioeconomy Science Centre (BioSC). Es ist das erste Zentrum Europas, das mit einem integrativen Gesamtkonzept Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie betreibt. Partner sind das Forschungszentrum Jülich, die Universitäten Bonn und Düsseldorf sowie die RWTH Aachen. Sie bündeln im BioSC die Kompetenzen von mehr als 50 ihrer Institute. Gemeinsam werden sie die zentralen Themen einer umweltschonenden Ökonomie auf der Basis nachwachsender Rohstoffe bearbeiten.
Weitere Highlights siehe:
5. Regionale Cluster und Netzwerke in NRW
Im Zuge der regionalen Entwicklungen in der Biotechnologie gründeten sich in den letzten Jahren Initiativen, um die Kompetenzen auf dem Gebiet der Biotechnologie weiter zu stärken, zu bündeln und entsprechende Synergieeffekte zu nutzen. Ziel dieser innovativen Strukturen ist es, insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsunternehmen und akademischen Institutionen zu stärken.
Zu den regionalen Kompetenz-Netzwerken zählen u.a. BioCologne e.V., BioIndustry e.V., BioRiver e.V., Bio-Tech-Region OstWestfalenLippe e.V., LifeScienceNet Düsseldorf, LifeTecAachen-Jülich e.V. und Bioanalytik-Münster, die sich zum Teil im Dachverband BIO.NRW e.V. zusammengeschlossen haben (http://www.bio.nrw.de/networks).
Darüber hinaus hat sich in 2007 der in und von Nordrhein-Westfalen aus thematisch operierende "Cluster Industrielle Biotechnologie CLIB2021e.V." gegründet, um die industrielle Biotechnologie überregional in Industrie, KMU und Akademia wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren (www.clib2021.com).
In Nordrhein-Westfalen gibt es circa 60 Technologiezentren in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die den Technologietransfer von der Idee bis zur Vermarktung auf vielfältige Weise ermöglichen. Dazu zählen die Möglichkeit zur Anmietung von Labor- und Büroräumen, die Kontaktvermittlung und Beratung bei Fördermittel-, Existenzgründungs- und Ansiedlungsfragen.
6. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und internationale Vernetzung
Die internationale Verankerung des Clusters durch Kooperationen und Marketing ist eines der herausragenden Ziele von BIO.NRW.
Insgesamt geht es darum, Unternehmen im Cluster die Orientierung in internationalen Märkten zu erleichtern - seien diese in Europa oder außerhalb, etwa in Indien, Japan oder den USA, und den Biotechnologiestandort Nordrhein-Westfalen international für Investoren und Kooperationen noch attraktiver zu machen.
Beispiele für internationale Aktivitäten aus der laufenden Clusterarbeit sind u.a.:
- Delegationsreise zur BIO INDIA 2010
- Veranstaltungen zu herausragenden internationalen Standorten im Rahmen der BIO.Academy.NRW, zum Beispiel zum Thema:"Asian Biotech Hotspots“
- Teilnahme mit Programmbeiträgen an der BIO International Convention 2009 (Atlanta) und 2010 (Chicago),
- Internationale Konferenz von CLIB2021: First CLIB International Conference in Germany aims on new international partnering projects
- PerMediCon: Internationaler Fachkongress zu Personalisierter Medizin
- Kooperationen in der Euregio: Biomedica 2010 - Gemeinschaftsstand BIO.NRW mit LifeTecAachen-Jülich e.V.
- Englischsprachige Firmendatenbank zur gezielten Kooperationspartner-Recherche: Innovative Biotechnology Enterprises in North Rhine-Westphalia
- Englischsprachige Firmenbroschüre „Spot on Biotechnology Business NRW“
- NRW - Biotechnology in North Rhine-Westphalia, Beilage The Scientist 4/2009
7. Weitere Informationen
Als Querschnittstechnologie entwickelt die Biotechnologie Anwendungen und Methoden für unterschiedlichste Branchen, wie z.B. Gesundheit, Chemie, Energie, Ernährung, Umwelt, und ist Schlüssel für eine wissensbasierte Bioökonomie.
- Cross-Innovationen
- Bioraffinerie










