Ernährung

Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittel

Clustermanagement

Dr. Ingrid Wallfahrt

Tel.: +49 (0) 211 4566-757

ingrid.wallfahrt(at)mkulnv.nrw.de
http://www.ernährung-nrw.de/

Cluster Ernährung.NRW
c/o Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft,

Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Schwannstraße 3

40476 Düsseldorf

Highlights

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1. Die Branche in NRW

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Quelle: www.ernährung-nrw.de Siehe die Erläuterungen dort. Stand 29.01.2009

Die Ernährungswirtschaft nimmt in Nordrhein-Westfalen eine im Bundesvergleich herausragende Position ein. Von besonderem Stellenwert ist die große Zahl leistungsfähiger, vor allem mittelständischer Unternehmen.

Die Stärken der Ernährungsbranche in NRW liegen in der Nähe zu Millionen Kundinnen und Kunden im In- und Ausland, einem breiten Branchenmix und dem Vorhandensein leistungsfähiger Zulieferer aller Art. Diese Standortvorteile müssen durch Produkt- und Prozessinnovationen sowie neue Marktstrategien gehalten und gefördert werden. 

Ernährung.NRW ist eine wirtschaftspolitische Initiative der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und eines von 16 profilbildenden Clustern der Landes. Ziel der Clusterpolitik ist es, die Kooperation zwischen Unternehmen der Ernährungswirtschaft, Zulieferern und Forschungseinrichtungen in NRW zu fördern. 

Mehr als 850.000 Menschen arbeiten in Nordrhein-Westfalen entlang der Wertschöpfungskette Ernährung, die von den Input-Sektoren der Landwirtschaft bis zu den diversen Verbraucherschnittstellen in Lebensmitteleinzelhandel oder Gastronomie reicht.  Die Übersicht zeigt die besondere Bedeutung, die die Wertschöpfungskette Ernährung für Nordrhein-Westfalen hat. 

 Teilbranche

Betriebe

Beschäftigte 

 Umsatz Mio.€

Quelle

 Lebensmitteleinzelhandel

 20.000

 225.000

 36.000

 LDS

 Gastronomie

 29.000

 164.000

 5.900

 LDS

 Lebensmittelgroßhandel

 3.000

 58.000

 40.000

 LDS

 Lebensmittelhandwerk

 7.000

 117.000

 10.040

 Verb.

 Lebensmittelindustrie

 1.000

 94.000

 29.200

 LDS

 Lebensmitteltechnik

 50

 13.000

 400

 LDS, Verb.

 Ldw. Großhandel

 1.900

 14.000

 9.000

 LDS

 Landwirtschaft

 50.000

 157.000

 7.000

 LDS

 Landtechnik

 61

 7.000

 1.650

 LDS, Verb.

 Futtermittel

 55

 2.400

 550

 LDS

 Sonst. ldw. Betriebsmittel

 65

 4.900

 1.700

 Verb.

 Forschung/Wissenschaft

 110

 k.A.

 k.A.

 

 Dienstleistungen

 k.A.

 k.A.

 k.A.

 

   Quelle: AFC Management Consulting AG

 

NRW ist der Standort Nr. 1 in Deutschland für die Ernährungswirtschaft

 

2. SWOT-Analyse und strategische Handlungsfelder


Stärken

  • überdurchschnittliche Entwicklung bei wesentlichen Leistungsindikatoren (Beschäftigung insgesamt, Umsatz, Export).
  • geringere Krisen-, bzw. Konjunkturanfälligkeit
  • Gute internationale Wettbewerbsposition bei Zulieferern aus Maschinenbau und Chemie.
  • überdurchschnittliche Stellung bei Innovationsindikatoren (FuE-Ausgaben, Patente).
  • Erfahrungen mit Netzwerkmanagement auf Landesebene wie auch in einzelnen Regionen.
  • starkes Profil des Clustermanagers als auf die Wertschöpfungskette spezialisiertes Beratungsunternehmen.

Chancen

  • Gesellschaftliche Trends (Wellness, gesunde Ernährung, Convenient Food) ermöglichen eine Neupositionierung wesentlicher Teile der Wertschöpfungskette
  • neue Technologien eröffnen neue Möglichkeiten der Verarbeitung, des Vertriebs und der Qualitätskontrolle.
  • durch den ersten Wettbewerb ist die Aufmerksamkeit für Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette gestiegen

Schwächen

  • wenig forschungsintensive Wertschöpfungskette.
  • insgesamt noch schwache Wettbewerbsposition der Wertschöpfungskette
  • Ernährungswirtschaft ist sehr heterogen und wenig profiliert
  • regionale Netzwerke sind sehr unterschiedlich entwickelt, teilweise noch in den Anfängen.
  • Überlegungen zur Zusammenarbeit mit anderen Clustern noch in den Anfängen.

Herausforderungen

  • stärkere Fokussierung, die thematisch der heterogenen Wertschöpfungskette einen identitätsstiftenden Rahmen geben kann,
  • eine Arbeitsteilung zwischen dem Landescluster, den regionalen Netzwerken und den anderen auf Landesebene vorzufinden relevanten Aktivitäten,
  • eine stärkere Orientierung auch an technologischen Fragen, da hier eine weiter auszubauende Stärke des Landes liegt
  • Themenfelder wie vor allem Exportförderung, Regionalvermarktung, Qualitätssicherung und Qualifizierung in vernetzten Strukturen zu bearbeiten

 

Die Ernährungswirtschaft hat für das Land eine hohe wirtschaftliche Bedeutung und steht durch neue technologische Möglichkeiten und durch ein verändertes gesellschaftliches Ernährungsverhalten vor einem beträchtlichen Innovationsdruck.
Das Clustermanagement steht vor der Herausforderung, eine bisher nur in Teilbereichen und regional mit teilweise deutlich unterschiedlichen Schwerpunkten vernetzte Wertschöpfungskette zu organisieren. Von daher sind hier intensivere Vorarbeiten notwendig als in den meisten anderen Landesclustern.
Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Landesclustern bedürfen der Vertiefung (etwa Gesundheit, Biotechnologie, Technologiecluster mit Themen wie Sensorik).
Die Arbeit des Clustermanagements steht vor diesem Hintergrund vor einer Reihe von Herausforderungen. Zu nennen sind insbesondere:

  • stärkere Fokussierung, die thematisch der heterogenen Wertschöpfungskette einen identitätstiftenden Rahmen geben kann,

  • Herstellung einer Arbeitsteilung zwischen dem Landescluster, den regionalen Netzwerken und den anderen auf Landesebene vorzufinden relevanten Aktivitäten,

  • eine stärkere Orientierung auch an technologischen Fragen, da hier eine weiter auszubauende Stärke des Landes liegt

  • Themenfelder wie vor allem Exportförderung, Regionalvermarktung, Qualitätssicherung und Qualifizierung in vernetzten Strukturen zu bearbeiten

3. Ziele und Aufgaben des Clustermanagements

Das Clustermanagement Ernährung.NRW nahm zum 1. Oktober 2008 seine Arbeit auf. Der Cluster soll Vernetzung, Kommunikation, Kooperation und Wissenstransfer in der Ernährungswirtschaft vorantreiben.

Zum Aufgabenkatalog des Clustermanagements gehören Fragen zur Qualitäts- und Rohstoffsicherung, zur Kommunikation und Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und zur Imagebildung für land- und ernährungswirtschaftliche Produkte genauso wie Themen rund um die Verbesserung der betrieblichen Logistik, Personalentwicklung und Beratung sowie gezielte Kooperationen mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Zielsetzung des Clustermanagements Ernährung.NRW

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Clustermanagements identifizieren regionale Cluster und beraten regionale Akteure. Die Aufgabenschwerpunkte können durch den Entwicklungsstand und die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Clusterakteure variieren.

 

Die Vernetzung innerhalb des Clusters

4. Zentrale Arbeitsgebiete, Partner und Aktivitäten

Handlungsfelder aus dem Cluster Ernährung.NRW

 

Regionalmarketing

Gemeinsam mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft e.V. (DLG) hat das Cluster den „Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“ ins Leben gerufen.
Der Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW wird jährlich den Unternehmen aus NRW zugesprochen, die bei den zuletzt durchgeführten Qualitätsprüfungen der DLG mind. eine Goldmedaille erringen konnten. 2009 wurden 190 Unternehmen aus NRW mit dem Landesehrenpreis ausgezeichnet, 2010 waren es 215 Unternehmen.

 

Export

Im Rahmen der Exportförderung publizierte das Cluster Ernährung.NRW einen Einkaufsführer für ausländische Einkäufer. Der englischsprachige Bezugsquellennachweis umfasst rund 1.000 Unternehmen der Ernährungsindustrie in NRW. Die Erschließung der relevanten Lieferanten erfolgt über Branchen, Sortimente und Firmenbezeichnungen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) führte das Clustermanagement am 1. September 2010 im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW in Düsseldorf einen Exportsprechtag für Unternehmen der nordrhein-westfälischen Agrar- und Ernährungswirtschaft
zu dem neuen Exportförderprogramm des Bundes durch.
Zu den Ländern USA, Italien und Österreich / Mittel-Ost-Europa haben AHK-Experten über Besonderheiten und Möglichkeiten referiert. Beispiele aus der Praxis haben diese Grundlagen noch einmal veranschaulicht.
Diese Informationsveranstaltungen sollen nun jährlich stattfinden. Der nächste Exportsprechtag ist für den Herbst geplant.

 

Innovationen
Das Clustermanagement unterstützt den Projektträger ETN und die zuständigen Ministerien bei den Informationsveranstaltungen und der Bewerbung der bisherigen und zukünftigen Förderwettbewerbe „Ernährung.NRW“.
Außerdem hilft das Clustermanagement bei innovativen Projektideen die passenden Kooperationspartner zu finden und zu vermitteln. Ebenso stehen wir während der Antragsphasen beratend zur Seite.
Gemeinsam mit der Universität Bonn, Der Fraunhofer Gesellschaft (Food Chain Alliance), der Food-Processing-Initiative wurde ein Arbeitskreis „F&E“ gegründet, der die Innovationsrate und die F&E-Aufwendungen der Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in NRW steigern soll.

 

Arbeitskreise

Im Nachgang zum Dioxin-Skandals hat im März 2011 die erste Sitzung des Arbeitskreises Food Safety NRW stattgefunden. Eingeladen waren neben Ministeriums-Vertretern, Vertreter des Handels und der Ernährungswirtschaft.
Ziel dieses Arbeitskreises ist es, dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten der Ernährungswirtschaft partnerschaftlich ein Konzept entwickeln, um für Lebensmittelsicherheit zu sorgen, diese zu gewährleisten und öffentlich transparent zu machen.

6. Cross-Innovations-Aktivitäten

Mögliche Kooperationsfelder mit anderen Landesclustern werden vom Clustermanagement vor allen Dingen mit der Energiewirtschaft gesehen. Schwerpunkte sollen dabei insbesondere in der Thematik „Energieeffizienz in der Ernährungswirtschaft“ liegen.
Die Ernährungswirtschaft ist einer der großen Treiber der Logistikwirtschaft in NRW. Gemeinsam mit dem Cluster Logistik und dem Verein NEW.S wurde ein „Arbeitskreis Logistik“ ins Leben gerufen, der gemeinsame Themen aufgreift. Mit dem Cluster Logistik und NEW.S hat es ein gemeinsames Treffen eines neuen innovativen „Arbeitskreises Logistik“ am 28. Mai gegeben. Als prioritäre Ziele wurde eine Verbesserung der betrieblichen Logistik und Infrastruktur sowie eine ausgeprägtere Vernetzung der Akteure angestrebt.
Die Food Processing Initiative e.V. hat zugesagt, die Forschungslandschaft, die Kompetenzen und die gemeinsamen Erfahrungen aus Projekten in der Ernährungswirtschaft über unterschiedliche Fakultäten (Ingenieurswissenschaften, Agrar, Ernährungswissenschaften etc.) transparent zu machen und als „Innovationsatlas Ernährung.NRW“ zuzuliefern.
Am 16.11. fand der Innovationskongress Ernährung.NRW zum Thema „Lebensmittel mit Zusatznutzen“ statt. Die Vorbereitung wurde vom Bonner Agrar- und Ernährungs-Netzwerk unterstützt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem 30 Landesehrenpreise verliehen. Die Projektleiter der für förderfähig befundenen Projekte haben im Rahmen des Innovationskongresses ihre Projekte und Projektpartner sowohl in einer kurzen Präsentation als auch in der Kooperationsbörse vorgestellt.

Anfang des Jahres 2011 hat das Cluster Ernährung.NRW gemeinsam mit dem Cluster Logistik.
NRW eine Studie zum Thema „Themen & Trends in der Lebensmittellogistik“ durchgeführt. Im Herbst 2011 soll eine gemeinsame Veranstaltung stattfinden, auf der die Ergebnisse der Studie vorgestellt werden.
Gemeinsam mit dem Cluster Umwelttechnologie.NRW unterstützt das Cluster Ernährung.NRW ein Projekt zur innovativen Entwicklung der Pflanzenschutztechnologie / Pflanzenschutztechnik.

7. Regionale Cluster und Netzwerke

Vernetzung vorhandener Meso-Akteure:

  • Unterstützung der Landwirtschaftskammer

  • Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsverbänden

  • Zusammenarbeit mit Hochschulen/Universitäten

  • Vernetzung von Regionalclustern wie Agrobusinessregion und Food City Neuss Ernährungswirtschaft Niederrhein etc.

  • Unterstützung der Regionalvermarktungsagentur

  • Unterstützung des Vereins GIQS

  • Unterstützung des Vereins NRW-Kulinarisch

  • Unterstützung des NRW-Standortmarketings von NRW.INVEST im Food-Bereich

  • Unterstützung von Bio-Security

  • Unterstützung der Food-Processing-Initiative und von NEW.S innerhalb Foodnet.

 

 

8. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und internationale Vernetzung

Mit dem Kreis Kleve und der Kamer van Koophandel Centraal Gelderland wurde ein innovatives Event am Flughafen Weeze zum Thema grenzüberschreitende Aktivitäten im Agro-Food-Bereich durchgeführt. Ziel des Events war die Optimierung des bestehenden Erfahrungsaustausches sowie die Erörterung der Strategien zu den Themen Nachhaltigkeit, Innovation und Ausbildung. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit forcierten folgende teilnehmende Unternehmen:

    • Kamer van Koophandel

    • Wirtschaftsförderung Kreis Kleve

    • MWME
    • Niederländisches Generalkonsulat

    • Agrobusiness Region Niederrhein

    • Clustermanagement Ernährung.NRW

    • Food Processing Initiative

    • Provincie Limburg

    • Greenport Venlo

Außerdem besuchten mehrere ausländische Delegationen den Cluster, um eine Vorstellung der NRW Clusterpolitik zu erhalten und gemeinsame Interessen abstecken zu können.Die internationalen Delegationen verfolgten die Exportförderung sowie einen optimierten Informationstransfer mit den nordrhein-westfälischen Akteuren.

    • 28.08.2009 Besuch einer ukrainischen Delegation

    • 12.10.2009 Besuch einer südkoreanischen Delegation

    • 02.02.2010 Besuch einer polnischen Delegation

    • Zahlreiche Besuche niederländischer Organisationen

    • Kontaktpflege chinesische Alumni

 

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Cluster-Broschüren

    Flyer 2012

    Regionalmarketing

Food. Made in Germany

Kaum eine andere Region verfügt über eine solche Vielfalt an Lebensmitteln wie Nordrhein-Westfalen. In den letzten Jahren wurden bereits erhebliche Bemühungen unternommen, den Exportanteil der Ernährungswirtschaft in NRW zu steigern. Mit dem Wegfall der CMA ist der Branche ein Instrument der Exportförderung verlorengegangen. Aus der Arbeit des Clustermanagements wurde jetzt ein englischsprachiger Einkaufsführer für Lebensmittel entwickelt. Der Einkaufsführer entstand in Zusammenarbeit mit NRW.International der Exportförderungsagentur des Landes. Für zahlreicheTeilbranchen lassen sich auf der Basis eines detaillierten Produktkatalogs die passenden Lieferanten aus Nordrhein-Westfalen identifizieren. Der Einkaufsführer ist im Behr´s Verlag erschienen.