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Elektromobilität

Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zur ersten großräumigen Modellregion für Elektromobilität Europas

Masterplan Elektromobilität

Der Masterplan Elektromobilität Nordrhein-Westfalen legt die Bedeutung und Chancen der Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen dar, beschreibt konkreten Handlungsbedarf bzgl. der genannten Handlungsfelder, umreißt ein Umsetzungskonzept, mit denen die oben genannten Ziele erreicht werden können.

Letzte Aktualisierung: 21.12.2012

1. Trends, Potenziale und Herausforderungen

Im Bereich der Elektromobilität ist in den nächsten zehn Jahren mit einer dynamischen technischen und wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen. Elektrische Antriebe (Hybrid-, Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeuge) bieten große Potenziale zur Verringerung der Abhängigkeit von Ölimporten sowie zur Reduzierung von CO2- und lokalen Schadstoffemissionen. Plug-In- und Batterie-Elektrofahrzeuge sind dabei unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz die erste Wahl.

Dies haben andere Staaten wie die USA und Japan, aber auch China bereits erkannt und unterstützen ihre Industrien mit umfangreichen Programmen auf dem Weg zur Elektromobilität. 

Innovations- und Beschäftigungsimpulse gehen im Bereich der Energiespeicher sowohl von der Großindustrie als auch von kleinen und mittleren bzw. von hoch innovativen Start-up-Unternehmen aus. Im Nationalen Entwicklungsplan der Bundesregierung soll gemeinsam mit Wissenschaft, Industrie und Politik eine konzertierte Strategie von der Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung für Elektromobilität entwickelt und vorangebracht werden. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette – von den Materialien, Komponenten, Zellen, Batterien bis hin zum Gesamtsystem und seiner Anwendung – berücksichtigt.  Durch die die Entwicklung und Einführung der Elektromobilität wird der deutschen Wirtschaft einen neuen Innovationsschub bringen.

Die Elektromobilität wird Branchen zusammenführen, die bisher kaum miteinander verknüpft waren: Zunächst die Automobilindustrie und die Energieversorgungswirtschaft aber auch die Chemieindustrie und nicht zuletzt die Informations- und Kommunikationstechnologie. Ob es gelingt, Synergiepotenziale dieser neuen Konstellation zu nutzen, wird erheblich von der Definition der Schnittstelle zwischen Elektrofahrzeug und Stromnetz abhängen. Wichtige Beiträge werden von Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Informations- und Kommunikationstechnologien zu leisten sein. Darüber hinaus dürfte die Zulieferindustrie eine zunehmend wichtige Rolle als Innovationsquelle spielen.

Masterplan Elektromobilität Nordrhein-Westfalen

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2. Ziele und Strategien für NRW

Nordrhein-Westfalen ist Deutschlands Energieland Nummer 1 und gleichzeitig einer der bedeutenden Automobilstandorte. Rund 700.000 Pkw und Nutzfahrzeuge bringen nordrhein-westfälische Produzenten jährlich auf den Weltmarkt. Hinzu kommen Anhänger, Aufbauten und Container sowie Kraftfahrzeugteile und Zubehör

Wegen der vorhandenen Infrastruktur in NRW für die Stromversorgung wird von verschiedenen Akteuren aus Industrie, Forschung und Politik die Option gesehen, mittelfristig Lösungen für die Elektromobilität in den Markt bringen zu können. Das bedeutet z.B. für NRW, dass für den Bereich Mobilität zukünftig auch neue Akteure auftreten werden und sich neue Geschäftsmodelle z. B. im Bereich Leasing von Batterien, Stromverkauf, Stromtankstelle entwickeln werden. Die Projektvorstellungen verschiedener Akteure gehen bis hin zur Produktion von neuen Fahrzeugen in NRW.

Grundlage aller Aktivitäten ist der „Masterplan Elektromobilität Nordrhein-Westfalen“, der u. a. den zügigen Auf- und Ausbau der Regionen Rhein-Ruhr als Modellregion für Elektromobilität vorsieht.

Die zentralen Ziele der Landesregierung in Sachen Elektromobilität sind:

  • Bis zum Jahr 2020 sollen in Nordrhein-Westfalen mindestens 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsstrang unterwegs sein.
  • Der Marktanteil der nordrhein-westfälischen Zuliefererindustrie auf diesem Gebiet wird in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut.
  • Weiteres Ziel ist es, über die bestehenden Unternehmen hinaus zusätzliche Automobilhersteller- und Zulieferer im Lande anzusiedeln, um den erwarteten Marktumbruch von der Benzin- zur Elektromobilität als Chance für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen zu nutzen.

In der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr werden zunächst eine Reihe von Pilotprojekten angestoßen, mit denen konkrete Anwendungsbeispiele erprobt werden sollen. Bei diesen Aktivitäten hat sich Nordrhein-Westfalen erfolgreich gegen 150 Mitbewerber in einem Wettbewerb des Bundesverkehrsministeriums durchgesetzt und stellt damit bundesweit eine von 8 Modellregionen. Dafür stehen insgesamt 115 Mio. € des Bundes zur Verfügung.

Die Themenbereiche umfassen nahezu das gesamte Spektrum der Elektromobilität:

  • Transporter / Citylogistik (Entwicklung e-Fahrzeuge Kleintransporter)
  • PKW (Markteinführungen, Flottenversuche, PKWs mit Range-Extender)
  • Infrastruktur (Aufbau)
  • Busse /ÖPNV (Hybridbusse im Linienverkehr)
  • LKW / Nutzfahrzeuge (Abfallsammelfahrzeuge)
  • Zweiräder (Mobilität - Hybridfahrräder für Nahverkehr)  und Car-Sharing

Zusätzlich engagiert sich das Land Nordrhein-Westfalen in Sachen Elektromobilität mit einem Förderwettbewerb Elektromobilität, für die bis zu 60 Mio. € Landes- und EU-Mittel bereitstehen.

Batterieelektrische Antriebe und Brennstoffzelle sind Schlüsseltechnologien der künftigen Mobilität, die sich ergänzen. Der Schwerverkehr wird noch lange auf einen optimierten Dieselmotor angewiesen sein, wobei auch synthetische Kraftstoffe z. B. auf Biomassebasis eine Rolle spielen werden. Das macht es für NRW notwendig, entsprechende Projekte auf allen drei Säulen zu unterstützen.

Leitgedanke der Kraftstoffstrategie des Landes NRW ist die  Energieeffizienz:

  1. Saubere Kraftstoffe in Verbindung mit effizienten Antrieben, z. B. XtL-Kraftstoffe, Biokraftstoffe d. 2. + 3. Generation, Erdgas oder Biogas
  2. Elektromobilität (Elektrofahrzeuge, Plugin-Hybrids, Diesel-Hybrid-Lösungen)
  3. Brennstoffzelle / Wasserstoff

 

Die Landesregierung legt größten Wert darauf, dass die Marktteilnehmer - die benötigten Informationen bekommen. Eine bedeutende Rolle kommt hier z.B. Verbraucherverbänden zu, deren Motivation es ist, möglichst vollständig und umfassend zu informieren. Daher stellen Veranstaltungen über die Zukunft der Mobilität, ganz wichtige Plattformen dar, um die Fragen der Mobilität von morgen zu diskutieren. Sie tragen dazu bei, dass Verbraucher sich über die vielfältigen Kraftstoff- und Antriebsvarianten einen Überblick verschaffen können. Sie tragen andererseits dazu bei, dass die aufgezeigten Alternativen öffentlich wahrgenommen werden. Nur dann werden diese sich im Wettbewerb behaupten können.

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3. Akteurslandschaft NRW

In Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 100 Akteure – von der Energiewirtschaft über die ansässigen Hersteller (Ford, Opel, Mercedes-Nutzfahrzeuge bis hin zu Nischenanbietern und Manufakturen), die mehr als 800 Zulieferer und Wissenschaftler u. a. an der RWTH Aachen, der Ruhr-Uni Bochum, der TU Dortmund, der Universitäten Duisburg /Essen und Münster.

Das mit der Erstellung des Masterplans beauftrage AutoCluster.NRW kommt insgesamt zu einer positiven Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Nordrhein-Westfalen im Bereich der Elektromobilität. Dies gilt insbesondere für den Hochschulbereich und die Energieversorger.

Im Rahmen des Masterplans Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen wurde die Kompetenzlandschaft in drei Bereichen Fahrzeugtechnik, Batterietechnik und Infrastruktur und Netze vom Autocluster.NRW ermittelt und dargestellt:

 

 

 

Detallierte Akteurslisten mit Links erhalten Sie durch Klick auf die Abbildungen bzw. die unten angegebenen Fachbeiträge.

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4. Arbeitsschwerpunkte und Projekte der Cluster

Die Modellregion Elektromobilität Rhein Ruhr ist Teil des Förderprogramms des BMVBS, welches im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität verankert ist.

Die Bundesregierung fördert von 2009 - 2011 mit insgesamt 500 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II den Ausbau und die Marktvorbereitung der Elektromobilität. So werden zum Beispiel im BMVBS-Förderschwerpunkt "Elektromobilität in Modellregionen" 8 Modellvorhaben mit insgesamt 115 Mio. Euro gefördert. Akteure aus Wissenschaft, Industrie und den beteiligten Kommunen arbeiten bei diesen Modellprojekten eng zusammen, um den Aufbau einer Infrastruktur und die Verankerung der Elektromobilität im öffentlichen Raum voran-zubringen. 

 

 

Im Rahmen des Projektes ColognE-Mobil der Ford Werke GmbH, Universität Duisburg/Essen, RheinEnergie AG und der Stadt Köln werden Flottenversuche mit den Elektrofahrzeugen „Ford Transit BEV“ und „Ford Focus BEV“ durchgeführt. Hierzu werden die Partner im Projektzeitraum insgesamt 25 Elektrofahrzeuge und die entsprechende Ladeinfrastruktur betreiben und dies wissenschaftlich und administrativ begleiten.

In dem Projekt E-mobil NRW, welches von den Stadtwerken Düsseldorf koordiniert wird, engagieren sich sieben Stadtwerke aus der Region für einen integrierten Feldtest mit verschiedenen Fahrzeugen. Geplant ist der Einsatz von 20 Elektrofahrzeugen, 26 E-Rollern und 4 Nutzfahrzeugen. Die notwendige Infrastruktur soll mit 58 Ladesäulen aufgebaut werden.

21 Hybridbusse verschiedener Bushersteller werden innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR-Projekt Einsatz von Hybridbussen) im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen und dem TÜV Nord wird der Betrieb der Busse besonders im Hinblick auf Geräusch- und Schadstoffemissionen sowie Kraftstoffverbrauch analysiert und bewertet. Bei einem weiteren Busprojekt "Hybridbusse im Feldtest" wird ein Prototyp der Hersteller Voith/Solaris mit einem parallelen Hybridbuskonzept getestet. In der zweiten Projektphase sollen vier Hybridbusse zum Einsatz kommen.

Das Vorhaben E-Aix ist im Raum Aachen angesiedelt und wird von rund 50 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt. Die Koordination übernehmen die Stadtwerke Aachen. Neben dem Einsatz verschiedener Elektrofahrzeuge und der Schaffung neuer Infrastruktur- und Mobilitätskonzepte werden die Themen intelligente Stromversorgung, Marktvorbereitung, Kommunikation und Wissenstransfer untersucht.

Pendlerverkehr im Raum Dortmund, Essen und Mülheim an der Ruhr ist Bestandteil des Vorhabens Stromschnelle. Dabei werden rund 160 Elektrofahrzeuge innerhalb und zwischen den Städten eingesetzt und es wird an neuen Geschäftsmodellen für die Elektromobilität gearbeitet. RWE wird die erforderliche Ladeinfrastruktur installieren. 40 Fahrzeuge liefert Renault, die übrigen Fahrzeuge sind umgerüstete Fahrzeuge auf der Basis von Fiat Fiorino und Fiat 500.

Die Stadtwerke Krefeld erproben in Kooperation mit ihren Tochtergesellschaften GSAK und SWK Mobil im Rahmen des Projekts Hybridabfallsammler Krefeld vier Hybridabfallsammler mit zugehöriger Infrastruktur. Die Fahrzeuge werden im Regelbetrieb mit diversen Fahrzyklen und Nutzungsprofilen eingesetzt mit der Perspektive zur Einführung der Technologie nach erfolgreicher Erprobung und Hinweisen auf Optimierungsmöglichkeiten.

Die einzelnen Projekte im Überblick
Quelle: ElektroMobilitätNRW, www.elektromobilitaet.nrw.de

 

Weitere Informationen: 

Link zu ElektroMobilitätNRW

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5. Highlights aus den Clustern

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6. Weitere Informationen und Wissenslandkarte

Fachbeiträge
Batterietechnik
Infrastruktur und Netze
Fahrzeugtechnik
Landescluster alt
Automotive alt
Energiewirtschaft alt
Cross-Innovationen
Ressourceneffizienz
Leitmärkte
Energiewirtschaft und Green Technologies
Logistik
Dokumente / Medien
Masterplan Elektromobilität (Broschüre)
Modellregion Rhein-Ruhr
 

Aktuelle Ausgabe des Clustermagazins

Koordination

Dr.-Ing. Raimund Glitz
NRW Clustersekretariat
Tel.: 0211 6214 -546
glitz(at)exzellenz.nrw.de

Kontakt

Dr. Frank Köster
Leiter Netzwerk
Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft
Tel: 0209 / 167 2811
koester(at)energieregion.nrw.de

Lothar Schneider

Clustermanager AutoCluster.NRW
Tel: 0208 / 9925-313
schneider(at)autocluster.nrw.de

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