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Geoinformationen als Basis für die interkommunale Zusammenarbeit

IKT.NRW - Schon früh, unter anderem im Rahmen des X -Border GDI-Programms, das seit 2004 die Entwicklung und Implementation einer Geodatenstruktur für grenzüberschreitende räumliche Informationsversorgung in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zum Ziel hat, setzte der Rhein Kreis Neuss (RKN) auf moderne Geoinformationskonzepte. Grundlage bildete die Idee, Effizienz und Wertschöpfung der bereits vorhandenen Datenbestände zu steigern und den Zugriff auf aktuelle Geodaten auch für Nicht-Experten innerhalb und außerhalb der Verwaltung zu erleichtern. Schon bald wird der Kreis eine mit verschiedenen Behörden vernetzte Geodateninfrastruktur (GDI), mit Unterstützung des in Ismaning ansässigen Technologieanbieters Intergraph, in Betrieb nehmen können.

 

Vorausgegangen war die Erstellung eines Feinkonzepts (vorgestellt im Februar 2011) seitens des Centers of Geoinformation (CFGI) aus dem westfälischen Werne, welches die Datenbestände und –ströme innerhalb der Kreisverwaltung und der kreisangehörigen Kommunen untersuchte und bewertete. Ziel war es eine Harmonisierung des Geoinformationsaustauschs bei gleichzeitig Standortstärkung der Kreisgemeinschaft zu erreichen. Als wesentliches Ergebnis des Konzepts sehen die Beteiligten den Bedarf an einfachen Zugängen zu vielfältigen Geodatenbeständen aus den technischen ebenso wie den nicht-technischen Ämtern. Alleine in der Kreisverwaltung wurden rund 50 Geodatenbestände benannt, die Entscheidungsprozesse fundiert unterlegen könnten, aber bislang noch nicht angeboten wurden. Ein wichtiger Aspekt bei der Modellierung der Architektur war, dass zunächst die internen Prozesse von Kreis- und den Kommunalverwaltungen im Vordergrund standen. Das Architekturmodell wurde daher primär auf den Nutzenaspekt der Geofach- und Geobasisdaten (ALKIS) ausgerichtet.
Aufbauend auf dem Konzept sollen so künftig GDI-Lösungen von Intergraph sowohl in der Kreisverwaltung als auch in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden zum Einsatz kommen. Zudem werden die Behörden Intergraphs GeoMedia ResPublica zur amtlichen ALKIS-Auskunft und als ämterübergreifendes Intranet-WebGIS nutzen. Der Kreis zielt auf eine GDI-basierte Vernetzung aller geodatennutzenden Stellen mittels Geoportal, Geoservices, Geoserver und interoperablem Zugriff auf Geobasis-, Geofach- und Metadaten. Mit dem Aufbau der GDI-RKN erfolgt die vollkommene Überwindung der noch vorhandenen systemtechnologisch und organisatorisch bedingten Einschränkungen des Datenzugriffs und der Datenhaltung.
„Oberste Prämisse des RKN ist es, eine Geodateninfrastruktur für die Kreisverwaltung und die acht kreisangehörigen Städte und Gemeinden möglichst nutzbringend aufzubauen. Und zwar unter Ausnutzung vieler Synergieeffekte“, erläutert Michael Fielenbach, Projektleiter Geodatenmanagement beim Kataster- und Vermessungsamt Rhein-Kreis Neuss. Dieser Prozess erfordere eine durchdringende Analyse der bestehenden software- und systemtechnischen Rahmenbedingungen und deren Optimierung. Allein schon durch den Wegfall der Medienbrüche, die sich bei paralleler Verwendung mehr oder weniger geschlossener Geoinformationslösungen zwangsläufig ergeben würden, ließen sich erhebliche Kosten einsparen, so Fielenbach weiter. Dabei wird die gesamte Verwaltung, also auch der nichttechnische Bereich, in die vernetzten Strukturen mit standardisierten Daten und Diensten eingebunden, denn die systemtechnologischen, inhaltlichen und organisatorischen zum Aufbau einer GDI müssten parallel erfolgen.
In einer kommunalen Körperschaft sind und bleiben Geodateninfrastrukturen stets ein gemeinschaftliches Projekt. Dies umfasst neben dem Aufbau aktueller einheitlicher Datenbestände, zum Beispiel für Luftbildkarten, Stadtpläne und einen Sozialstrukturatlas, auch das gemeinsame Handlungskonzept für kommunale Geofachdaten, eine ämterübergreifende Analyse des Geodatenbestandes samt konkretem Handlungskonzept und schließlich die Erarbeitung eines einheitlichen Metadatenprofils. Der Rhein Kreis Neuss empfiehlt anderen Kommunen den eingeschlagenen Lösungsweg zu folgen. „Die Umsetzung von kommunalen Geodateninfrastrukturen wird zu etwa 25 Prozent über Systemtechnik realisiert. Dort sind also direkte monetäre Investitionen aufzubringen. Doch die indirekten Aufwendungen decken 75 Prozent ab und betreffen die Organisation an sich“, resümiert  Fielenbach. Hier gelte es, Synergien in allen Verwaltungsbereichen aufzudecken, zu aktivieren und über Aufklärungen und Motivation die interkommunale Zusammenarbeit voranzutreiben. Von der Initiative Geodateninfrastrukturen im Rhein-Kreis Neuss sollen langfristig nicht nur die gesamte Kreisverwaltung und die zugehörigen Kommunen, sondern auch Bürger und Wirtschaft profitieren.

 

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