Kunststoff
Mehrwert durch Vernetzung der Anwenderbranchen
Letzte Aktualisierung: 21.12.2012
Inhalt:
1. Die Branche in NRW
Ob im Haushalt im Auto, im Wohnungsbau, in der Unterhaltungselektronik oder in der Medizin, überall finden Kunststoffe Verwendung. Kaum ein Wirtschaftszweig steht nicht in Verbindung zu diesem Werkstoff des 21. Jahrhunderts. Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kunststoffen ist also enorm - sowohl für Deutschland als auch für Nordrhein-Westfalen.
Die Kunststoffbranche ist mit ihrem ausgeprägten Querschnittscharakter in Nordrhein-Westfalen Träger und Treiber von Innovationen auf den Gebieten Werkstoffe, Produktionsprozesse und Produkte für nahezu alle Lebensbereiche. Eine durchgängige Wertschöpfungskette von Kunststofferzeugern, - verarbeitern und - maschinenbauern, eine breite Wissenschafts-, Forschungs- und Dienstleistungslandschaft sowie ein breites Spektrum von Anwendern mit zum Teil nicht unerheblichen eigenen Kunststoff-Verarbeitungskapazitäten, die statistisch in anderen Branchen (z.B. Fahrzeug, Elektro, Möbel) erfasst werden, stehen für die Exzellenz der Branche. Rund 900 Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten aus der Kunststoffindustrie, Hunderte von kleinen Unternehmen, Maschinenbauer, Anwenderfirmen mit eigenen Verarbeitungskapazitäten, Handel sowie Verbände und Einrichtungen aus Wissenschaft und Bildung formen das Kunststoffcluster in NRW, das für insgesamt rund 3.000 Unternehmen und Organisationen mit deutlich über 100.000 Beschäftigten steht.
Zahlen zur Kunststofferzeugung und -verarbeitung in Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten
Anzahl der Betriebe* | 913 |
NRW-Anteil an deutschen Betrieben | 21,4 % |
Beschäftigte* | 118.554 |
NRW-Anteil an deutschen Beschäftigten: | 21,3 % |
Umsatz* | 32,4 Mrd. EUR |
NRW-Anteil an deutschen Auslandsumsatz | 22,3 % |
darunter Auslandsumsatz: | 49,7 % |
Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst | 3221 EUR |
Exporte** | 20,0Mrd. EUR |
NRW-Anteil an deutschen Exporten | 20,8 % |
Importe** | 14,5 Mrd. EUR |
NRW-Anteil an deutschen Importen | 19,6 % |
Quelle: IT.NRW; Stand: 2010
* Die Angaben beziehen sich auf die Kunststofferzeugung und -verarbeitung von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten; sie basieren auf der neuen „Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008“, wodurch Vergleiche mit den Vorjahren nur bedingt möglich sind.
** Die Angaben beziehen sich auf die Außenhandelsstatistik Nordrhein-Westfalen.
2. Ziele und Aufgaben des Clustermanagements
Ziel des Cluster Kunststoff.NRW ist es, die Akteure der Kunststoffbranche landesweit, national und international sichtbar zu machen und die Kompetenz und Exzellenz der Branche zu stärken. Dies soll u.a. durch eine stärkere Zusammenarbeit der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden. Zudem soll die Vernetzung mit den wichtigen Anwenderbranchen der Kunststoffindustrie, wie etwa der Automobil-, Verpackungs-, Bau-, Möbel- und Elektroindustrie intensiviert werden.
Zu der Wertschöpfungskette der Kunststoffbranche in NRW zählen die mittelständischen Betriebe der Kunststoffverarbeitung, Großunternehmen der Kunststofferzeugung, der Kunststoffmaschinenbau, die auf Kunststoff bezogenen Einrichtungen von Forschung und Wissenschaft sowie Aus- und Weiterbildung, branchennahe Zulieferer, Finanzdienstleister sowie Verbände und Organisationen. Diesen bietet der Cluster Kunststoff.NRW eine Plattform für Information, Kommunikation und Kooperation.
Darüber hinaus zählt die Entwicklung von Visionen für die Kunststoffwelt von morgen, die Verbesserung der Wissenschafts- und Bildungslandschaft sowie das Angebot unternehmensbezogene Dienstleistungen zu den Aufgaben des Clusters.
3. Zentrale Arbeitsgebiete, Partner und Aktivitäten
Die besondere Stärke NRWs liegt in einem integrierten Standort, in dem alle Ebenen der Wertschöpfungskette präsent sind. Der Standort wird von starken regionalen Clustern, einer ausdifferenzierten Ausbildungs- und Forschungsinfrastruktur wie auch von kompetenten Anwenderbranchen (Automobil, Elektrotechnik, Maschinenbau) getragen. Durch Zusammenarbeit mit bestehenden regionalen Kompetenznetzen werden die Branche und ihre Akteure landesweit und regional gestärkt.
Kunststoff.NRW fördert gezielt die Kommunikation und Kooperation zwischen Forschung und Industrie vor dem Hintergrund aktueller Markt- und Werkstofftrends. Dabei wird der Wissenstransfer für die gesamte Wertschöpfungskette, insbesondere der Wissenstransfer von der Hochschule in den Mittelstand, forciert.
Durch die Brückenfunktion zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik fördert Kunststoff.NRW den Dialog und die Kooperation zwischen den Partnern. Dabei werden auch Themen wie Unternehmensfinanzierung aufgegriffen. Aktuell stehen
- Internationalisierungsansätze,
- technologische Themen sowie
- Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel
auf der Agenda. Beispielsweise engagiert sich Kunststoff.NRW bei der Initiative KAI-KunststoffAusbilungsInitiative, die auf der K 2010 gestartet wurde.
Weitere Maßnahmen des Clusters zur Sicherung der Qualifikation in der Branche sind:
- Gestaltung des Kunststoffschwerpunktes im VDIni Clubheft (Zielgruppe Grundschulkinder)
- Konzeption der neuen NetzWerk-Seminarreihe zum Thema Leichtbau (Start Now. 2010)
- Konzeption einer Kampagne gegen den Fachkräftemangel in der Kunststoffbranche gemeinsam mit dem NRW-Arbeitsministerium
4. Beispielhafte Wettbewerbsprojekte
- CheK.NRW: „Chemieland NRW“ Vermarktung der offenen Standortcluster Chemie in der Emscher-Lippe Region mit Schwerpunkt Metropole Ruhr, Konzepte zur Erstellung von Marketingstrategien
- CheK.NRW: Aufbau eines Zentrums für Chemische Polymertechnologie an der RWTH Aachen
- CheK.NRW: Ausbau des Polymernetzwerk als Entwicklerinstrument Cluster Chemie + Kunststoff in der Metropole Ruhr
- CheK.NRW: Computergestützte Optimierung von Extrusionswerkzeugen unter Berücksichtigung fertigungstechnischer Restriktionen
- CheK.NRW: Entwicklung eines dekorativen, multifunktionalen, emissionsfreien Lackes für die Glasindustrie auf Basis neuartiger Bindemittelsysteme
- CheK.NRW: Entwicklung organophiler Nanofiltrationsmembrane
- CheK.NRW: Entwicklung und Bau eines neuartigen MultiRotationsExtruders sowie Entwicklung von Pilotverfahren zur Modifizierung von Kunststoffschmelzen
- CheK.NRW: Entwicklung und Management eines landesweiten Projektverbund Oberfläche
- CheK.NRW: Erarbeitung von Grundlagen und Konzepten für clusterbezogene Vermarktungsstrategien - 1. Teil Chemieland NRW
- CheK.NRW: Key technology for plastics
- CheK.NRW: K-Lab: Labor für Kunststoffe in Ostwestfalen-Lippe
- CheK.NRW: Entwicklung von Lernfeldern im Bereich Kunststoff zum Einsatz im Schulunterricht
- CheK.NRW: Materiothek - Ideen überwinden Unternehmergrenzen
- CheK.NRW: Mechanische Bearbeitung v. Präzisionsbauteilen aus Hochleistungspolymer- und Verbundwerkstoffen
- CheK.NRW: PLENET NRW - Zielgerichteter Technologietransfer zur Kunststoffverarbeitung in KMU, mit Hilfe eines Kompetenznetzwerks
- CheK.NRW: Realisierung von Advanced Control in Polymerproduktionsprozessen
- CheK.NRW: Qualitätsverbesserung von Wood-Plastic-Composites durch innovative Compoundiertechnik im Innenmischer
- CheK.NRW: Science to business (S2B) Kunststoff- und Oberflächentechnik
- CheK.NRW: Verbesserung von Absorption / Emission bei Lacken und Farben au den verschiedenen Oberflächen, insbesondere Reduzierung von Geruchsbelästigung
- CheK.NRW: Werkbank 5 - Ausbau und Weiterentwicklung des regionalen Kunststoff-Netzwerkes
5. Highlights und Erfolgsgeschichten
6. Cross-Innovations-Aktivitäten
Der Cluster setzt aktiv Innovationsthemen und nutzt dabei soweit möglich Synergieeffekte auch durch Kooperation mit Nachbarclustern. Neben dem Themenfeld Elektromobilität, zu dem schon eine Arbeitsgruppe aktiv ist, wurde jetzt auch in Zusammenarbeit mit dem Cluster NanoMikroWerkstoffe und dem IVAM das Thema Hochpräzision/ Mikrotechnik identifiziert. Im zweiten Halbjahr 2010 kam das Cross-Innovationsthema Leichtbau hinzu.
7. Regionale Cluster und Netzwerke in NRW
Kunststoff.NRW versteht sich auch als Forum für die regionalen Cluster, die zum Teil als Mitglieder im Verein konstitutionell integriert sind.. Die Verbände sind Mitglieder im Kunststoffland NRW e.V..
Konzerne, Mittelständler, Erzeuger, Produzenten und Maschinenbauer sind integriert. Hochschul- und Forschungseinrichtungen spiegeln die Bandbreite des Leistungsportfolios des Landes wider. Von dem mittelständisch orientierten Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft NRW GmbH (K.I.M.W.) bis zur Spitzenforschung am Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen sind alle wichtigen Hochschulen und Institutionen vertreten.
Regional Cluster sind:
- Aachen Polymer Chain (APC) des Werkstoff-Forums der RWTH Aachen
- Center for Plastics Science and Engineering e.V. (CPSE e.V.)
- ChemCologne
- ChemSite
- Dr. Reinold Hagen Stiftung
- Fachhochschule Südwestfalen
- Handwerkskammer Münster
- Kompetenzzentrum Kunststoff Troisdorf
- Kunststoff Initiative Oberberg KIO e.V.
- Kunststoffe in OWL
- Netzwerk Innovative Werkstoffe
- WiN Emscher-Lippe GmbH
8. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und internationale Vernetzung
Beteiligungen an Veranstaltungen und Messen, wie z.B. der weltweit größten Kunststoffmesse K, dienen der internationalen Vernetzung des Cluster kunststoff NRW.
Zur Intensivierung der Zusammenarbeit, besteht eine
Kooperationsvereinbarung mit der Industrie- und Handelskammer Slowenien. Am 15. Februar unterzeichneten mit AutoCluster.NRW, Chemie.NRW, Kunststoff.NRW sowie ProduktionNRW führende Branchencluster des Landes eine Kooperationsvereinbarung mit der Industrie- und Handelskammer Slowenien um die Zusammenarbeit zu intensivieren.
Im Anschluss der Unternehmerreise von NRW-International „NRW goes to India“ mit Beteiligung von Frau Dr. Naderer, führte der Cluster Kunststoff.NRW im Juli 2011 in Düsseldorf eine Branchenbezogene Informationsveranstaltung durch. Hier wurden Praxiserfahrungen vorgestellt, konkrete Perspektiven erläutert und gemeinsame Handlungsschritte vereinbart.
Als nächster Schritt wird die Beteiligung an der Plastindia 2012, der internationalen Fachmesse für die Kunststoffindustrie in Indien, in Angriff genommen







