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Nachhaltigkeit: Zentrale Herausforderung für die Kunststoffindustrie

Veranstaltung am 20.04.2012 in Hagen. --- Bild: kunststoffland NRW e. V.

Kunststoff.NRW - Der Weg zu einer besseren Energie- und Ressourceneffizienz in der Kunststoffverarbeitung sowie die Sicherheit der Rohstoffversorgung für die Kunststoffindustrie standen im Fokus einer gemeinsamen Veranstaltung  des Vereins kunststoffland NRW, der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) und des Kunststoff-Instituts für die mittelständische Wirtschaft NRW.

 

„Gerade die Kunststoffindustrie leidet unter steigenden Energie- und Rohstoffkosten. Deshalb ist der Weg in eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion für die Unternehmen dieser Branche ohne echte Alternative“ sagte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick.

 

Matthias Poschmann, Vorsitzender von kunststoffland NRW e. V. und Mitveranstalter, unterbreitete den Teilnehmern ein attraktives Angebot seines Vereins, der die gesamte Wertschöpfungskette Kunststoff in NRW organisiert: „Wir wollen die Unternehmer auf dem Weg Richtung Nachhaltigkeit fit machen!“

 

In seinem Vortrag „Ressourcen schonen, Wettbewerb stärken und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“ unterstrich Dr. Heinz Baues, Ministerialdirigent im Umweltministerium NRW, die Bedeutung der Kunststoffindustrie für Südwestfalen und NRW insgesamt.

 

Als Beispiel für den effizienten Umgang mit Energie hob Dr. Dirk Van Meirvenne, Geschäftsführer von Bayer Technology Services, ein neues Verfahren zur Herstellung von Chlor hervor. Durch die von Bayer zusammen mit Partnern selbst entwickelte Technik werden der Stromverbrauch und entsprechend die Treibhausgas-Emissionen um bis zu 30 Prozent gesenkt. „In Deutschland macht die Chlorherstellung drei Prozent des Stromverbrauchs aus. Wenn die neue Technik flächendeckend eingeführt wird, könnte der Bedarf um einen Prozentpunkt verringert werden – das entspricht dem Verbrauch einer Großstadt wie Köln“, betonte Van Meirvenne.

Zudem arbeite Bayer daran, Kohlendioxid als Grundstoff für Polyurethan zu nutzen.  Durch innovative  Kunststoffanwendungen sieht Van Meirvenne im Gebäude- und Automobilbau noch enorme Einsparpotentiale – Chancen letztlich auch für viele Kunststoffverarbeiter, die in diesem Segment aktiv sind. 

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion setzten sich die Teilnehmer mit dem scheinbaren Widerspruch “Kunststoff-Nachhaltigkeit“ auseinander. Wie können die positiven Beiträge des Werkstoffs Kunststoff zum nachhaltigen Wirtschaften noch deutlicher werden? Und: Wie kann die Branche selbst noch sorgsamer mit den knappen Ressourcen umgehen?  Dr. Bärbel Naderer betonte, dass der Verein kunststoffland NRW sich hier in der Rolle des Mittlers sieht und konkrete Hilfestellung für den Mittelstand geben will, um „Wissen zusammenzubringen“.  Von der Politik erhofft sie sich angesichts der neuen Herausforderungen eine Entbürokratisierung der Förderpolitik, da die aktuelle Praxis die Kapazitäten der KMUs überfordere. 

 

WDR-Moderator Matthias Bongard führte durch die anschließende Podiumsdiskussion, an der auch Prof. Dr. Friedhelm Schlösser, Direktor Beschaffung und Innovation bei der Vaillant Group, und Dr. Bärbel Naderer, Geschäftsführerin kunststoffland NRW e. V. teilnahmen. Kernpunkt der Diskussion war der scheinbare Gegensatz zwischen Nachhaltigkeit und Kunststoff als Produktionsmaterial der Zukunft. 

 

Am Nachmittag wurden ausgewählte Beispiele für den Einsatz ressourceneffizienter Materialien und Technologien in der Kunststoffverarbeitung vorgestellt. Schwerpunkt waren die Themen energieeffiziente Spritzgusstechnik, die Verarbeitung von Naturfasern, das gezielte Compoundieren biobasierter Polymere, das Recycling von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen und die Fördermöglichkeiten für einzelbetriebliche Beratungen zur Verbesserung der Rohstoff- und Materialeffizienz in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

 

Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch eine begleitende Fachausstellung. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen aus der Kunststoffbranche informierten rund um die Themen Energie- und Ressourceneffizienz, Recycling und Rohstoffsicherung.

 

Kontakt

kunststoffland NRW e.V.
Geschäftsstelle
Grafenberger Allee 277-287
40237 Düsseldorf 

Tel.: 0211 - 210 940-0

info(at)kunststoffland-nrw.de 

 

Desirée Jacobi
Pressestelle Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen
Bahnhofstr. 18
58095 Hagen
Tel.: 02331/390-218
jacobi(at)hagen.ihk.de