NRW-Clusterstrategie
Letzte Aktualisierung: 5.3.12
Inhalt:
1. Clusterpolitik in Nordrhein-Westfalen
Die Landesregierung hat das Ziel, Nordrhein-Westfalen zum ökologischen Wirtschaftsboomland und zu einem Land mit hoher Lebensqualität zu machen. Die Landesregierung will ökologische Leitmärkte entwickeln, z. B. für
Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Rohstoff- und Materialeffizienz. Ressourcen- und Materialeffizienz werden ein zentraler Markt der Zukunft.
Die Clusterpolitik der Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert die Kooperation von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Öffentlicher Hand entlang von Wertschöpfungsketten in insgesamt 16 Branchen- und Technologiefeldern. Diese 16 Cluster weisen ein besonders großes Potenzial für Wachstum auf und nehmen einen hohen Stellenwert für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ein.
Durch eine intensive Zusammenarbeit der Akteure, ein professionelles Clustermanagement sowie mit Hilfe von Wettbewerben, soll in den Clustern eine besondere Innovations- und Wachstumsdynamik ausgelöst werden und strukturelle Anpassungen an die sich wandelnden Erfordernisse internationaler, wissensbasierter Märkte erfolgen.
Für die Umsetzung der NRW-Clusterpolitik sind folgende Ministerien verantwortlich:
- Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr (MWEBWV)
- Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF)
- Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
- Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA)
- Staatskanzlei (Stk)
2. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr
Mit der Clusterpolitik will die Landesregierung wirtschaftliches Wachstum und den Wandel der Wirtschaft zu einer kreativen Ökonomie befördern. Eine kreative Ökonomie ist die Dachmarke für alle Prozesse, die Marktvorsprünge durch Differenzierung sichern helfen. Ziel der kreativen Ökonomie ist es, aus den weltumspannenden Megatrends der Zukunft wie Mobilität, Technologisierung, demographische Entwicklung oder der Klimawandel Ideen für intelligente Produkte und neue, komplexe Lösungen abzuleiten.
Die Cluster sollen solche kreativen Prozesse initiieren und dazu dichte Verbünde von einander ergänzenden Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und dazu passenden Akteuren wie zum Beispiel Kreditinstitute oder Bildungseinrichtungen knüpfen. Denn heute kann kaum ein Unternehmen allein das Wissen generieren, das notwendig ist, um zeitnah die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung in marktfähige Produkte umzusetzen. Die Cluster sollen die Standortqualität erhöhen und die Unternehmen an den Standort binden, aber auch die hier erbrachten Spitzenleistungen nach außen kommunizieren.
Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr ist federführend für die Cluster:
3. Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
Die Stärkung der Spitzenforschung ist ein zentraler Baustein der nordrhein-westfälischen Innovationspolitik. Denn bis 2015 will Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten Beschäftigten und den höchsten Investitionen in Forschung und Entwicklung werden. Dabei setzt Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Clusterpolitik auf eine gezielte Forschungs- und Technologieförderung, die sich auf vier Schwerpunkte konzentriert:
- Biotechnologie
- Energie- und Umweltforschung
- Medizinische Forschung/ Medizintechnik
- Nano-/Mikrotechnik/ Innovative Werkstoffe
Auf diesen Zukunftsfeldern hat das Land die Chance, vorhandene Forschungsstärke zu Spitzenpositionen auszubauen; Fördermittel erreichen hier die größtmögliche Hebelwirkung. Alleine in den vergangenen drei Jahren hat Nordrhein-Westfalen mit 19 neuen Spitzenforschungseinrichtungen, High-Tech Laboren und Denkfabriken enorm an Wissenschaftsexzellenz in diesen Bereichen gewonnen.
Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung ist federführend für folgende Cluster:
4. Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen nimmt bereits heute eine im Bundesvergleich wie auch auf den internationalen Märkten starke Position ein. Sie ist eine der wichtigsten Branchen in Nordrhein-Westfalen. Rund 3.500 zumeist mittelständische Unternehmen mit über 250.000 Beschäftigten bieten Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz an. Die Umweltwirtschaftsstrategie Nordrhein-Westfalens zielt darauf ab, die starke Position in der Umweltwirtschaft – auch mit Blick auf den Export – weiter auszubauen und damit die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens zum Vorreiter für ein ressourcen- und energieeffizientes sowie klimaschutzorientiertes Wirtschaften zu machen.
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ist federführend für die Cluster:
5. Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
Als erstes Bundesland fördert Nordrhein-Westfalfen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und sonstige Akteure des Gesundheitswesens umfassend als Verbund, der die gesamte Wertschöpfungskette umfasst. Der Cluster „Gesundheitswirtschaft und anwendungsorientierte Medizintechnologie“ soll gezielt als innovatives und selbst tragendes Netzwerk entwickelt werden, das heute als wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg gilt. Wie im Ruhrgebiet erarbeitet das Gesundheitsministerium auch gemeinsam mit den Regionen Münsterland, Ostwestfalen-Lippe, Köln/Bonn und Aachen regionale Entwicklungskonzepte, um die Förderung der Gesundheitswirtschaft konsequent vor Ort zu verankern.
Die elektronische Gesundheitskarte und die elektronischen Arzt- und Apothekerausweise werden derzeit in der bundesweit größten Testregion Bochum-Essen getestet. Ab dem Jahr 2015 soll jeder Bürger in Nordrhein-Westfalen elektronische Patientenakten auf der Grundlage einer europaweit einzigartigen Sicherheitstechnologie nutzen können.
Die Landesregierung plant eine landesweit Einrichtung, die das gesundheitswirtschaftliche Wissen und Können in einem „Netzwerk der Exzellenzen“ zusammenführt und von der in enger Kooperation mit bedeutenden internationalen Instituten möglichst kräftige Impulse für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen ausgehen sollen.
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ist federführend für das Cluster Gesundheitswirtschaft.
6. Staatskanzlei
Nordrhein-Westfalen ist ein innovatives und kreatives Land. In kaum einem anderen Bundesland gibt es solch eine Dichte medienwirtschaftlicher Unternehmen. Die Förderung des Medienstandortes Nordrhein-Westfalen ist eine Aufgabe, die direkt beim Ministerpräsidenten angesiedelt ist. Sie umfasst die Weiterentwicklung des Medienrechts, die Vergabe von Rundfunkfrequenzen und die Begleitung der Digitalisierung des Rundfunks, beispielsweise beim DVB-T. Das Cluster Medien.NRW hat zum Ziel, diese Führungsposition zu sichern und weiter auszubauen, indem die vorhandenen Potentiale noch besser vernetzt und genutzt werden.
Die Staatskanzlei ist federführend für das Cluster Medien. Die Federführung innerhalb der Staatskanzlei liegt bei dem Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien.




