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Cloud Computing

Evolution in der Technik, Revolution im Business

Experten sind sich einig: Die Wolke (engl.: Cloud) revolutioniert die IT-Welt. In Nordrhein-Westfalen haben die beiden Cluster Logistik.NRW und IKT.NRW „Cloud-Computing in der Logistik“ als ein Cross-Innovations-Thema bereits erfolgreich erschlossen und fördern die Zusammenarbeit der Clustermitglieder. Cloud Computing zählt zu den Top-IT-Themen für die Ausgestaltung der NRW IKT Strategie.

Letzte Aktualisierung: 1.4.11

1. Trends, Potenziale und Herausforderungen

Für Cloud Computing hat sich eine Unterscheidung der Leistungen in die drei Ebenen „Infrastructure as a Service“ (IaaS), „Platform as a Service“ (PaaS) sowie „Software as a Service“ (SaaS) weitgehend durchgesetzt. Das eigentliche Wolken-Konzept wird ebenfalls noch dreigleisig unterschieden in Public, Private und Hybrid Clouds.

  • On-Demand-IT-Infrastruktur (Rechner, Speicher, Netze) definiert als eine parallele und verteilte IT-Infrastruktur, die aus einer Vielzahl miteinander verbundener und virtualisierter Computer besteht
  • On-Demand-Software (Betriebssysteme, Anwendungen, Middleware, Management und Entwicklungstools), die die Fähigkeit einschließt, vollständige Prozesse zu betreiben und zu managen.
  • Geschäftsmodelle, die die Zielsetzung, die IT-Landschaft insbesondere in Unternehmen zu konsolidieren, systematisieren und standardisieren, und damit Zukunftsfähigkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit zu sichern, realisierbar machen.

Service-Provider stellen das Modell von On-Demand-Services in den Mittelpunkt. Software-Anbieter vermarkten gehostete Geschäftslösungen basierend auf Cloud Computing-Technologien - meist in Kooperation mit Service Providern.

 

Zu unterscheiden ist „Cloud Computing“ vom bereits länger bekannten „Grid Computing“. Beim Grid Computing geht es um die gemeinschaftliche Nutzung der gemeinsamen Ressourcen. Es wird ein virtueller Supercomputer aus einem Rechnerverbund erzeugt. Mit einem solchen "Grid" bereitgestellte Ressourcen stehen allen Teilnehmern über das Internet zur Verfügung, sind anders als beim Cloud Computing aber keiner zentralen Instanz untergeordnet. Bei dieser „Cloud“-Technologie stellt ein Anbieter seine Ressourcen einem/mehreren Nutzer(n) dynamisch zur Verfügung und ist deshalb auf Virtualisierung angewiesen. Ohne Virtualisierung ließe sich ein Server nur einmal und für einen bestimmten Cloud-Dienst verwenden. Wird der Server dagegen in mehrere virtuelle Server aufgeteilt, können viele Kunden gleichzeitig den Service nutzen. Die Steuerung dieser Ressourcen erfolgt damit zentral.

 

Die Logistik gilt als eine der agilsten Branchen, was die Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien betrifft. Die Symbiose zwischen der Logistik und IKT ist eng und aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche IT-Entwicklungen sind von Logistik-Prozessdefiziten angestoßen worden, andere (bspw. RFID) sind dabei, sich als typische Logistik-Apps (engl.: Applications = Anwendungen) zu etablieren. Dazu gehören unter anderem IT-gestützte Systeme zur Auftragssteuerung, -planung und -überwachung, Kommissionierungssysteme oder Transportmanagementsysteme.

 

Insbesondere das umfangreiche und ständig weiterentwickelte Lösungsangebot von Cloud Computing bietet sich für kleine und neu gegründete Unternehmen gerade zu an. Ideen schnell und professionell via Internet zu realisieren und anschließend Kunden und Partnern zu präsentieren – das verspricht die neue Technologietheorie. Der Cluster- bzw. Netzwerkgedanke könnte ebenfalls weitere Impulse erfahren, denn (virtuelle) Unternehmensverbünde, um Produkt- und Service-Angebote zu erweitern und zu kombinieren, wären denkbar.

 

Dennoch: Besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen besteht derzeit ein enormer Aufholbedarf hinsichtlich der Softwareunterstützung logistischer Prozesse. Für diese Firmen waren qualitativ hochwertige Lösungen bisher kaum zu bezahlen. Außerdem stellten die ressourcenverzehrenden Implementierungszeiträume und Schnittstellenprobleme zwischen den Systemen enorme Anforderungen an das Know-How der IT- und Logistik-Spezialisten. Diese Schnittstellenproblematik wird auch in Großunternehmen als evident wahrgenommen.

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2. Ziele und Strategien für NRW

Mögliche strategische Aufgaben für NRW:

  • Das Cloud Computing (SaaS-Modell) bietet vor allem Kleinunternehmen viele Vorteile. Es erfordert aber einen Mindshift im Umgang mit Daten sowie Vertrauen in technische Lösungen und den Provider.
  • Player aus unterschiedlichen Marktsegmenten (Traditionelle Software-Anbieter, Hosting-Provider, Telcos, etc.) werden am SaaS-Markt aktiv, darunter auch zahlreiche „Mega-Player“, die teilweise den Markt auch mit kostenfreien Angeboten angehen.
  • Kleineren Software-Häusern bietet das SaaS-Modell einen schnellen und kostengünstigen Marktzugang.
  • Mehrheit der Kleinunternehmen werden nur ausgewählte Anwendungen im SaaS-Modell beziehen. Der Fokus wird auf Collaboration und Branchenlösungen liegen.
  • Die Industrialisierung der Prozesse wird für den Hosting-Provider von essentieller Bedeutung sein.
  • Die Auswirkungen auf den IT Arbeitsmarkt sind gravierend. Arbeitsplätze im Umfeld der Bereitstellung von IT Infrastruktur werden entfallen und die Anforderungen an das IT Personal weiter steigen.
  • Datenschutzrechtliche Fragen sind noch nicht beantwortet.
  • Vertrauen der Kunden muss gewonnen werden.
    (Thema Datenschutz; ausgelagerte IT)
  • Durch Cloud Computing wird es definierte Prozessstandards geben, mit denen jeder Prozess abgebildet werden kann.
    • Erneute starke Verkürzung der Realisierungszeiten, da das Prozessdesign automatisch mit der entsprechenden Softwareunterstützung verknüpft sein wird.
    • Kapitalintensität wird weiter reduziert, da Abstimmungsbedarf und Programmieraufwand minimiert wird.
    • Erreichung höchster Flexibilität
    • Weniger betreuungsintensiv.
  • Der Wissenstransfer aus Nutzer- wie aus Anbieterperspektive und damit der Verbreitungsgrad von SaaS/Cloud Computing Konzepten, Modellen und Umsetzungen in NRW sollte durch die Arbeit des IKT-Clusters gefördert werden (Referenz: SaaS-EcoSystem e.V.).

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3. Akteurslandschaft NRW

Das EffizienzCluster LogistikRuhr, das Anfang 2010 unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML im Ruhrgebiet gestartet ist, sieht das Leitthema Logistics-as-a-Service als obligatorisch für eine effiziente Logistik an. Nur so kön-ne die geforderte Flexibilität und Individualisierbarkeit auf der Ebene der Logistikprozesse mit den wandelbaren Logistiksystemen einhergehen. Um den Cluster-Leitgedanken Logistik 2.0 mit seinen Herausforderungen realisieren zu können, müssen logistische Prozesse sowohl einfach spezifizierbar als auch möglichst direkt ausführbar, Logistik-IT-Dienste einfach mit-einander verknüpfbar, schnell und ohne große Investitionen nutzbar sowie Prozesse dynamisch an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassbar sein. Die im Rahmen dieses Leitpro-jekts entstehenden Konzepte und Lösungen werden ergänzt durch die Arbeiten im „Fraunhofer Innovationscluster Logistics Mall - Cloud Computing in der Logistik“, das die beiden Dortmunder Fraunhofer-Institute IML und ISST gemeinsam mit Industriepartnern und dem Land NRW tragen. Hier entsteht eine „Logistics Mall“ als One-Stop-Shop für Logistik-IT-Leistungen.
Projekte wie diese legen nahe, dass das Potenzial von IT in der Logistikbranche noch nicht voll ausgeschöpft ist. IT-Systeme werden weiterhin an Bedeutung gewinnen. Insbesondere weisen Experten darauf hin, dass in der globalisierten Wirtschaftswelt allein die räumliche Nähe von Logistikunternehmen und IT-Dienstleistern noch keine erfolgreiche Zusammenarbeit garantiert.
IT-Sicherheit, Datenintegration und RFID sind für die Unternehmen vor allem von besonderem Interesse. Knapp dahinter liegen Funktechnologien und Software-as-a-Service-Lösungen (Cloud Computing). Die noch weitgehend unerfüllten Wünsche nach individualisierten Lösungen, die in der Regel nur verbunden mit sehr hohen Kosten angeboten werden, könnten nun durch flexible und kostensensitive Angebote wie z.B. On-Demand-Lösungen in abschätzbarer Zeit erreichbar werden.

www.logistikruhr.de/index.php

 

Fraunhofer Innovationscluster »Cloud Computing für die Logistik«

Das Fraunhofer Innovationscluster „Logistics Mall - Cloud Computing in der Logistik“ vereinigt die Gestaltung und Organisation logistischer (Dienst-) Leistung mit IT in einem gemeinsamen Design. Die beiden Fraunhofer-Institute IML und ISST folgen dem immer lauteren  Ruf nach einer neuen Logistiksoftware und führen die zwei Disziplinen Logistik und Informatik  zusammen.

Mit dem Leitprojekt »Logistics Mall« werden die Voraussetzungen geschaffen, Logistik-IT-Dienste und Logistikprozesse als Handelsobjekte in der Cloud anzubieten. Das gilt sowohl für das Design der Prozesse wie auch für deren Instanziierung und Ausführung. Damit wird die Logistics Mall über den One-Stop-Shop für Logistik hinaus koordinierende und kontrollierende Instanz für die Ausführung von Logistikprozessen.

www.ccl.fraunhofer.de

 

BMBF Verbundvorhaben: COCKTAIL - Skalierbare, KMU-zentrierte Mashup & SaaS Diensteplattform; Teilvorhaben: Entwicklung von Basisfunktionalität, Dienstehandling sowie Payment und Loggingmechanismen

 Die Projekt-Idee COCKTAIL schlägt eine Plattform vor, die es ermöglicht, Funktionalitäten in unterschiedlichen Granularitäten, d.h. als Dienste, Mashups oder Applikationen, in einer einheitlichen Form bereitzustellen und zu höherwertigen Diensten kombinierbar sowie gestuft gewerblich nutzbar zu machen.

Wissenschaftliche wie praxisorientierte Kernthemen COCKTAILs sind Referenzkonzepte und Lösungen zur automatisierten Bestimmung von Qualität / Performanz / Verfügbarkeit und Kompositionalität von Diensten / Mashups sowie „Business Enabling“. Unter letzterem ist eine Plattformgestaltung zu verstehen, die hochflexible Geschäftsmodelle ermöglicht und alle dafür notwendigen Funktionalitäten (von Nutzungsprotokollierung bis Abrechnung) zur Verfügung stellt.

Erwartetes Ergebnis von COCKTAIL sind generische Konzepte in den genannten Bereichen sowie deren Umsetzung und technisch-wirtschaftliche Evaluierung auf einer real gehosteten Plattform. Exemplarisch in das Projekt eingebrachte Funktionalitäten werden sein: CRM-Dienste, Groupware, Location Based Services und Adressdienste.

Koordinator: Kai Hackbarth, ProSyst Software GmbH, Dürener Strasse 405, D-50858 Köln, www.prosyst.com

www.cocktail-projekt.de

 

KMU-innovativ - Verbundprojekt CollabCloud - Collaboration Cloud: Semantischer Informationsmediator für den skalierbaren Zugriff auf verteilte heterogene Daten und ihre kollaborative Analyse

 Innovation in komplexen Anwendungsbereichen wie im Automobilbau, in den Life Sciences oder der Marktforschung benötigt Wissen aus einer Vielzahl von Quellen: Dokumente aus verschiedenen Abteilungen und (semi-) strukturierte Informationen aus verteilt vorliegenden Datenbanken werden gesucht, integriert und einer Datenanalyse zugeführt. Unternehmen, die flexibel am Markt agieren möchten (Real-Time-Enterprises), müssen diese Daten agil verbinden und analysieren, auch wenn sie semantisch heterogen vorliegen, ihre Struktur sich oft ändern kann und man bei ihrem Zugriff physikalisch verteilt arbeitende Rechnersysteme ansprechen muss. Die Suche nach und die Analyse von Daten ist dabei ein kollaborativer Prozess mehrerer und häufig sogar vieler Wissensarbeiter, die Begrifflichkeiten, Vorgehensweisen und Analyseresultate miteinander teilen.

Koordinator: Dr. Torsten Osthus, Osthus Gmb, Wilhelmstr. 79, 52070 Aachen, www.osthus.de

www.collaborationcloud.de

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4. Arbeitsschwerpunkte und Projekte der Cluster

Cloud Computing zählt innerhalb des Clusters IKT.NRW bereits zu den Top-IT-Themen für die Ausgestaltung der NRW IKT Strategie. Im Rahmen des Themanetzes SOA/SaaS wurden bereits 2009 auf mehreren Veranstaltungen die Trends und Themen rund um Cloud Computing vorgestellt und die Relevanz des Themas für KMU in NRW herausgestellt. Insbesondere die Logistik erweist sich als eine hervorragende Zielbranche für Cloud-Lösungen.

 

Die in NRW herausragenden Aktivitäten von EffizienzCluster LogistikRuhr zielen auf ein ganzheitliches Logistik- und IT-Design, das erstmalig die Möglichkeit zur durchgängigen Gestaltung, Planung und Steuerung logistischer Systeme schafft. Zu den beiden in ihren jeweiligen Disziplinen führenden Dortmunder Fraunhofer-Instituten und IKT.NRW besteht eine enge Kooperation.

 

Auch im Rahmen des Tags der Informations- und Kommunikationswirtschaft am 10.11.10 wird ein Forum ganz dem Thema „Cloud“ gewidmet sein.

 

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5. Highlights aus den Clustern

Highlights aus dem Cluster IKT.NRW:

  • Wissensverbreiterung: Durchführung eines Executive Briefings bei Microsoft im RheinauArtoffice in Köln

  • Große Präsenz des Themas im Rahmen des Tags der Informations- und Kommunikationswirtschaft Nordrhein-Westfalen 2009 in zwei Foren:
    „Fallen IT-Anwendungen jetzt vom Himmel? Potenziale von Cloud Computing“
    „Software 2.0 – Beispiele für SaaS-Lösungen“

  • Seit Dezember 2009 Beteiligung an der Initiative „Cloud Services“ als Partner von eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. mit dem Ziel, Unternehmen beim Einstieg in den Trend Cloud Computing zu unterstützen

  • Mitwirken an den Maßnahmen der Initiative „Cloud Services“, dabei zunächst am Kick-Off Meeting am 2. Februar 2010

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5. Weitere Informationen

Landescluster alt
IKT alt
Landescluster
Logistik
 

Koordination

Dr.-Ing. Raimund Glitz
NRW Clustersekretariat

Tel.: 0211 6214 -546
glitz(at)exzellenz.nrw.de

 

Monika Gatzke

IKT.NRW

Rainer-Gruenter-Str. 21
42119 Wuppertal
Tel.: 0202 439 1035
gatzke(at)uni-wuppertal.de

 

Peter Abelmann

Logistik.NRW

Vor den Siebenburgen

50676 Köln

Tel.: 0231- 54 17 193

p.abelmann(at)sci.de

3. Innovationsradar

Der im Oktober 2010 vom IKT.NRW Cluster und NRW Clustersekretariat vorgelegte 3. Radarbericht fokussiert das Thema Cloud Computing:

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