Medizintechnik
Innovative Technik für eine bessere Versorgung
Inhalt:
1. Die Branche in NRW
Deutsche Medizintechnologien nehmen eine europäische und internationale Spitzenstellung ein und wiesen in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum auf. Auch in gesamtwirtschaftlich schwierigen Situationen hat die Medizintechnik dieses Wachstum aufrechterhalten. Nordrhein-Westfalen hat am Erfolg der Medizintechnik in Deutschland seinen spezifischen Anteil. Mit 6 Universitätskliniken, 7 medizinischen Fakultäten, ca. 80 Lehrkrankenhäusern sowie zahlreichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen verfügt NRW über eine hervorragende Basis. Ziel des Clustermanagements ist es daher, die vorhandenen Stärken durch gezielte Vernetzung und Förderung im Sinne einer optimalen Patientenversorgung effizient zu nutzen und mit Blick auf die Zukunft das schon bestehende Netzwerk weiter auszubauen und zu festigen. So stützt sich die Medizintechnologie mit ihren international ausgerichteten Unternehmen und Instituten im Raum Aachen wie auch im Ruhrgebiet auf ein breites Spektrum ingenieur- und naturwissenschaftlicher Forschung. Es reicht von den Werkstoffwissenschaften über die Mikrosystemtechnik bis hin zu Produktions-technologien. Eine der größten Stärken der nordrhein-westfälischen Informationstechnik liegt gerade auf medizintechnischem Gebiet. Im Produktspektrum der traditionsreichen Zulieferindustrien des bergischen und südwestfälischen Raums zeigt sich, dass die Medizintechnik eine Erfolg versprechende Diversifizierungsoption für Unternehmen insbesondere der Metall- und Kunststoffverarbeitung darstellt. Auch die Klinikwirtschaft mit ihrem medizinischen und technischen Personal tritt hier nicht nur als Anwender, sondern zunehmend auch als Forschungs- und Entwicklungspartner auf.
2. Ziele und Aufgaben des Clustermanagements
Nach dem offiziellen Start des 16. Landesclusters MedizinTechnik.NRW im August 2011 hat mit Stichtag 1. September 2011 der Clustermanager Dr. Oliver Lehmkühler in der Geschäftsstelle im LifeScienceCenter in Düsseldorf die Arbeit aufgenommen. Von dort aus werden die Arbeiten der Konsortialmitglieder in den unterschiedlichen Regionen in NRW koordiniert und unterstützt. Das Wissenschaftsministerium unterstützt den Aufbau des Clusters MedizinTechnik.NRW in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 2,1 Millionen Euro aus dem NRW-EU Ziel 2-Programm.
Die Clusterstrategie soll der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der Förderung des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns und des wirtschaftlichen Wachstums, sowie der Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze dienen. Ziel ist ein günstiges wissenschaftliches und wirtschaftliches Umfeld für Innovationen, deren gesellschaftlicher Nutzen im Falle des Clusters MedizinTechnik.NRW insbesondere durch die Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung bestimmt wird. Zudem soll das wissenschaftliche und wirtschaftliche Profil des Standorts Nordrhein-Westfalen geschärft werden. Medizin/Gesundheit gilt mit über einer Million Beschäftigten als der Bereich mit den meisten Arbeitsplätzen und der größten Wachstumsdynamik in Nordrhein-Westfalen. Die Aktivitäten des Clustermanagements sollen dazu beitragen, über eine Optimierung der Medizintechnik-Aktivitäten am Standort eine bessere Patientenversorgung zu ermöglichen und darüber hinaus für Wachstum und Beschäftigung in NRW zu sorgen.
Vorstellung des Clusters MedizinTechnik.NRW im 5. Clustermagazin
3. Zentrale Arbeitsgebiete, Partner und Aktivitäten
Die Durchführung des Clustermanagement liegt in den Händen eines Konsortiums etablierter Netzwerkakteure. Die MedizinTechnik.NRW GbR als Koordinationsstelle wird dabei durch AKM, MedEcon Ruhr und die Gesundheitsregion Köln/Bonn gebildet. Weitere Partner sind AME, GWS und DGBMT.
Die Ziele des Clusters bilden vier übergreifende Handlungsfelder, die systematisch die Clusterentwicklung in Nordrhein-Westfalen hinsichtlich der Zielperspektiven der Clusterakteure – Patienten - und Nutzerorientierung, Förderung des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit – katalysieren.
Forschung & Innovation
Nordrhein-Westfalen stützt sich auf ein breites Spektrum ingenieur- und naturwissenschaftlicher Forschung, das zur weiteren Stärkung der medizintechnologischen Forschung und Innovation und insbesondere des anwendungsorientierten Transfers genutzt werden soll. Dazu zählen folgende Schwerpunkte:
- Die Stärkung der vorwettbewerblichen Forschung mit dem Ziel, die Akquisition von Bundes- und EU-Forschungsmitteln nach Nordrhein-Westfalen zu verbessern, insbesondere in der Internationalisierung der Forschungskooperationen.
- Die Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses für Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
- Die Förderung der Kooperation auf regionaler und überregionaler Ebene zwischen den Akteuren zu relevanten medizinischen Fokusthemen bzw. Krankheitsgebieten, zum Beispiel Herz-Kreislauf und Onkologie.
Transfer & Marktorientierung
Mit Blick auf die Besonderheiten eines regulierten Markts und die hohen Anforderungen an Zulassung und Kostenerstattung ist die qualifizierte Unterstützung kleiner und junger Unternehmen in Nordrhein-Westfalen wichtig, um die heimische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Andererseits gilt es, auch landesexternen Unternehmen Zugang zum hiesigen Markt zu eröffnen und sie zur marktnahen Platzierung in Nordrhein-Westfalen zu motivieren. Schwerpunkte sind in diesem Sinne:
- Die qualifizierte Gründungs- und Wachstumsberatung.
- Das Innovationsscouting, das heißt die gezielte Suche nach vielversprechenden Innovationen mit hohem Entwicklungspotenzial an den Forschungseinrichtungen und in den KMU.
- Verfügbarmachung von Kapital mit Hilfe von Investoren oder Stiftungen, um junge Ideen zu fördern.
- Diversifizierung in Medizintechnologien: Dabei soll insbesondere auch Unternehmen anderer Branchen der Zugang zu medizintechnologischen Innovationsfeldern und Gesundheitsmärkten ermöglicht werden.
- Internationale Vernetzung des Clusters mit dem Ziel, entsprechende Marktzugänge für die hiesige Wirtschaft zu eröffnen und insbesondere Großunternehmen für die Ansiedlung in Nordrhein-Westfalen zu interessieren.
- Unterstützung der Unternehmen, um die Transparenz von Zulassungsverfahren und regulatorischen Anforderungen zu erhöhen.
Open Health Innovation
Open Health Innovation greift den Gedanken der „Open Innovation“, das heißt des Perspektivwechsels von einer technologie- hin zu einer anwenderbedürfnisgetriebenen Innovationskultur, auf. Open Innovation fordert und fördert das Denken im räumlichen, sozialen und Prozess-Kontext des Anwenders. Gewollt ist die rekursive Interaktion zwischen Innovation und den spezifischen Bedürfnissen der Nutzer unter der Einbeziehung clusteroffener Ansätze. Die Patienten- und Nutzerorientierung stellt dabei den entscheidenden Maßstab für nachhaltig erfolgreiche medizinische/medizintechnologische Innovation dar. Dazu zählen:
- Die weitere Verknüpfung von Medizintechnologie und Versorgungsinnovationen. Dazu sollen auch entsprechende Förderprogramme konzipiert und umgesetzt werden.
- Die gezielte Umsetzung von Innovationsrunden, bestehend aus Anwendern (zum Beispiel Ärzten und Pflegepersonal) und Unternehmensvertretern, um innovative Medizinprodukte durch verbesserten Wissensaustausch anzustoßen.
- Die systematische Zusammenführung clusterübergreifender Ansätze wie medtec meets Bio, medtec meets ICT, medtec meets Novel Materials.
Medizin – Technik – Versorgung – Innovation
Die Verknüpfung und Integration medizintechnischer und Versorgungsinnovationen – bis hin zu „Hybridinnovationen“ – gehört zweifellos zu den Schlüsselthemen in der künftigen Konfiguration von Wertschöpfungsketten innerhalb der Medizintechnik. Hierbei spielt die Medizinforschung als verbindendes Element eine entscheidende Rolle. Das Clustermanagement strukturiert daher seine Aufgabenstellungen nach medizinischen Schwerpunkten. Konkret meint dies:
- Die stärkere Verknüpfung der forschenden Medizintechnik mit den Kernthemen der medizinischen Forschung in Nordrhein-Westfalen.
- Die Initiierung und Unterstützung medizinisch-technischer Entwicklungs- und Studienplattformen in Kooperation von Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen und Industrie.
- Die verbesserte Zusammenarbeit von Krankenkassen, Krankenhäusern und Industrie bei der Entwicklung, Erprobung und Ersteinführung technologischer Innovationen in Nordrhein-Westfalen.
- Die Nutzenbewertung medizintechnischer Innovationen resp. Zulassung in der Gesundheitsversorgung (durch die Krankenkassen/MDS).
- Die Beförderung medizintechnischer Innovationen im Rahmen regionaler und nordrhein-westfälischer Versorgungsnetze.
4. Highlights aus dem Cluster
Wissenschaftler aus NRW entwickeln Verfahren zur Simulation des menschlichen Gehirns

MedizinTechnik.NRW - Die detailgetreue Simulation des kompletten menschlichen Gehirns von der Genetik über die molekulare Ebene bis hin zur Interaktion ganzer Zellverbände auf einem Supercomputer der Zukunft: Das ist das visionäre Ziel des „Human Brain Project“ (HBP), an dem WissenschaftlerInnen der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich beteiligt sind.
Medizintechnische Innovationen mit smarter IKT
IKT.NRW - Erfolgreiche Auftaktveranstaltung zur clusterübergreifenden Kooperation zwischen IKT.NRW und MedizinTechnik.NRW. Wie durch den Einsatz intelligenter Technologien Prozesse und Anwendungen in der medizinischen Versorgung verbessert werden können, wurde auf der Veranstaltung „Medizintechnische Innovationen mit smarter IKT“ am 29.11.12 im AMBULANTICUM Herdecke deutlich.
Personalisierte Medizintechnik für die kardiovaskuläre Therapie

MedizinTechnik.NRW - Mit dem Adjektiv „kardiovaskulär“ werden in der Medizin Erscheinungen und Phänomene beschrieben, die das Herz oder Gefäßsystem betreffen. Leider beschreibt dieses Adjektiv aber auch das Krankheitsgebiet, welches in Deutschland immer noch die Haupttodesursache darstellt. Damit sich die diesbezüglichen Statistiken verringern, erforscht und entwickelt der Aachener F&E-Verbund „innovating medical technology in.nrw“ (www.medtec-innrw.de) seit Sommer 2010 eine neue Generation maßgeschneiderter biomedizinischer Geräte und Systeme, insbesondere für kardiovaskuläre Behandlungen.
IKT.NRW und MedizinTechnik.NRW schließen Kooperationsvereinbarung

IKT.NRW, MedizinTechnik.NRW - Die beiden Cluster wollen gemeinsam die Entwicklung und Vermarktung von intelligenter Medizintechnik vorantreiben und damit den Standort Nordrhein-Westfalen für die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen rüsten.
Kick Off für MedizinTechnik.NRW auf der Medica

MedizinTechnik.NRW - Auf der Dachterrasse des NRW-Gemeinschaftsstandes der Medica 2011 gab das Clustermanagement MedizinTechnik.NRW erstmals für viele interessierte Besucher aus Industrie und Forschung einen Einblick in sein Arbeitsprogramm.
5. Regionale Cluster und Netzwerke in NRW
AKM Innovationsmanagement GmbH
Die AKM Innovationsmanagement GmbH hat sich als Dienstleister entlang der medizintechnischen Wertschöpfungskette etabliert. Dies belegt die Geschäftsstellenfunktion für den Verein Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik (AKM) e.V. Der Verein AKM e.V. ist ein Verbund von Partnern aus Forschung, Klinik und Industrie im Bereich der Medizintechnik.. Das AKM wird das Clustermanagement hierbei aktiv beim Projekt- und Wissenschaftsmanagement, der Evaluation des Clusters, der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Durchführung von Veranstaltungen unterstützen.
MedEcon Ruhr GmbH
Die MedEcon Ruhr GmbH ist auf die regionale Medizinwirtschaft des Ruhrgebietes fokussiert. Sie ist eng mit dem regionalen Netzwerk des MedEcon Ruhr e.V. verbunden und pflegt ein partnerschaftliches Verhältnis zu den anderen regionalen Netzwerken in Nordrhein-Westfalen. Im Zentrum von MedEcon Ruhr stehen innovative Entwicklungs- und Systempartnerschaften zwischen Krankenhäusern und anderen Gesundheitsversorgern sowie zwischen Zulieferindustrien und Forschungseinrichtungen. Technologische Kompetenzen werden mit medizinischer Forschung und Versorgung in Bezug auf ausgewählte Krankheitsbilder verbunden. Dieser Ansatz wird die Arbeit von MedEcon Ruhr – neben den medizinwirtschaftlichen Gründungsaktivitäten im Rahmen der Startbahn MedEcon Ruhr GmbH zur Unterstützung von Start-ups – im Rahmen des Clustermanagements MedizinTechnik.NRW maßgeblich bestimmen.
HealthRegion CologneBonn
Das Branchennetzwerk Gesundheitsregion KölnBonn e.V. vereint herausragende Akteure aus allen Sparten der regionalen Gesundheitswirtschaft. Begleitet durch die flächendeckend beteiligten Gebietskörperschaften und Kammern ist die gesamte Wertschöpfungskette Gesundheit repräsentiert: Vorhandene Vernetzungs-Strukturen werden zur Wissensaufbereitung für den Cluster MedizinTechnik.NRW und für die Verbindung von Medizinforschung mit Medizintechnik und Versorgungsinnovation genutzt.
Die INNOBROKER GmbH wird mit Ihrer Mission „S4B“ – Science for Business oder „Wissenschaft für Beschäftigung“ als Nachunternehmer der Gesundheitsregion KölnBonn ausgehend von konkreten Projekterfahrungen aus der Medizin im Rahmen von MedizinTechnik. NRW ein aktives Innovations-Scouting betreiben, um frühzeitig Optionen zur Verbesserung der Versorgungsqualität zu identifizieren und deren Fortentwicklung zur Marktfähigkeit zu begleiten.
Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen e. V.
Das Netzwerk Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen e.V. ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Kliniken und Gesundheitsdienstleistern. Die Brancheninitiative versteht sich als Impulsgeber, Kontaktbörse, Innovationsmotor und Wissenspool. Über besondere Kompetenzen verfügt das Netzwerk in den Bereichen der Zulieferung und Entwicklungsdienstleistung für die Medizintechnik. Der Umgang mit den Werkstoffen Metall und Kunststoff und die technologischen Fähigkeiten in den Bereichen Werkzeug-Formenbau, Drehen, Fräsen, Stanzen, Umformen, Spritzgießen, Prototyping, Werkstoffprüfung und Oberflächenbehandlung sind für die klein- und mittelständischen Unternehmen in Südwestfalen seit Jahrzehnten Alltag. Die Brancheninitiative bringt ihr langjähriges Know-how im Innovationstransfer aus der Klinik in die Industrie sowie ihre Erfahrungen in der Initiierung von interdisziplinären Kooperationsprojekten in den Cluster MedizinTechnik.NRW ein.
Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE e. V.
Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE e.V. (DGBMT) fördert die Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Ärzten in Forschung, Entwicklung, Anwendung und Lehre in den unterschiedlichen Fachdisziplinen der biomedizinischen Technik. Ziel der DGBMT ist es, den Wissensaustausch in den unterschiedlichen Fachdisziplinen der Biomedizinischen Technik zu unterstützen, Synergien für künftige Entwicklungen stärker zu nutzen und den Transfer neuer Technologien in die medizinische Anwendung zu beschleunigen. Die DGBMT ist eine Fachgesellschaft des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V. (VDE e.V.). Sie wird die Akteure des Clusters MedizinTechnik.NRW über die Ländergrenzen hinweg national und international vernetzen und so dazu beitragen, dass die Medizintechnikkompetenz in Nordrhein-Westfalen sichtbarer wird.
Institut für Angewandte Medizintechnik
In der Abteilung „Science Management“ des Instituts für Angewandte Medizintechnik (SCM-AME) an der RWTH Aachen stehen die Fragen nach der Geschwindigkeit und dem Fortschritt bzw. Verlauf medizintechnischer Innovationen im Mittelpunkt des Interesses. Die Richtung der Technologieentwicklung spielt dabei eine ebenso bedeutende Rolle wie die Schnittstellen der vielfältigen Prozessabschnitte, an denen neben der universitären Wissenschaft, der Wirtschaft und der Versorgung zahlreiche weitere Akteure beteiligt sind. SCM-AME wird seine umfangreiche Expertise in der Analyse von Wissenschaft und Wirtschaft in das Clustermanagement MedizinTechnik. NRW einbringen, um ein solides Fundament an Daten und Fakten zum gegenwärtigen Stand der landesweiten Medizintechnik zusammenzustellen. Auf Grundlage analysierter Stärken, Trends und Vernetzungen lassen sich dann Kooperationspotenziale systematisch und passgenau aktivieren.










