Bioraffinerie
Nachwachsende Rohstoffe nachhaltig nutzen
Seit 15 Jahren ist die stoffliche und energetische Nutzung in Bioraffinerien
Thema in Forschung und Entwicklung. Eine neue Branche entlang der Wertschöpfungskette nachwachsender Rohstoffe erschließt sich den
Wachstumsmarkt für nachhaltige Dienstleistungen und Produkte.
Letzte Aktualisierung: 19.12.2012
Inhalt:
1. Trends, Potenziale und Herausforderungen
Seit Beginn der 1990er Jahre hat die Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die non-food-Produktion die Forschung und Entwicklung beflügelt. In diesem Zusammenhang wurde in den 90er Jahren der Begriff der "Bioraffinerie" etabliert. Die abgesicherte Produktion von Lebensmitteln und die gekoppelte stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe werden als Bausteine einer zukünftigen Rohstoffversorgung angesehen.
Was kann die integrierte stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Lösung unserer Energieprobleme wie auch zum Ersatz erdölbasierter Chemikalien, Werkstoffe, Brenn- und Kraftstoffe leisten?
Der zweitägige Kongress BIO-raffiniert VI (15. /16. Februar 2011 in Oberhausen) nimmt die aktuellen Fragen rund um die nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe unter die Lupe. Branchenkenner skizzieren die Rohstoffmärkte und präsentieren Produkte und Trends, Forscher geben Einblicke in ihre jüngsten Entwicklungen und Ergebnisse und ziehen ökologische Bilanzen, Marktkenner präsentieren Entwicklungen bei Bioraffinerietechnologien und Demonstrationsanlagen. Schirmherr Johannes Remmel, Klimaschutzminister NRW, führt in seinem Grußwort aus: "Bio - nachhaltig - raffiniert: Das sind die drei Topoi, die das Entscheidende dieser Kongressreihe anzeigen. Bio signalisiert die Transformation unserer Rohstoffbasis von der erdölbasierten hin zu einer zunehmend auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wertproduktpalette. Nachhaltig ist diese Transformation, weil sie im Unterschied zur konventionellen Rohstoffbasis sicher, ökologisch ambitioniert und ökonomisch sinnvoll ist. Raffiniert schließlich ist nicht nur ein fachlicher Terminus zur Bezeichnung der Veredlung von Rohstoffen. "Raffiniert" ist zugleich, was der diesjährige Kongress von Fraunhofer UMSICHT in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW an Erkenntnissen und Anwendungsmöglichkeiten zu bieten haben wird."
2. Ziele und Strategien für NRW
Die Notwendigkeit zum Rohstoffwandel und Klimaschutz ist für Industrie- und mittelständische Unternehmen gleichermaßen Herausforderung und Chance. Insbesondere der Mittelstand hat allerdings nicht immer die Möglichkeiten, an derartigen Entwicklungen teilzuhaben. Daher soll ein offenes verfahrenstechnisch orientiertes Entwicklungszentrum als Plattform dienen, auf der Detailfragen, Musterchargenherstellung oder komplexe Produktionskonzepte bearbeitet werden können.
3. Arbeitsschwerpunkte und Projekte der Cluster
Fraunhofer UMSICHT hat mit Partnern aus der Industrie und der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit dem Aufbau eines „Zentrums Bioraffinerie“ in Oberhausen begonnen. Hier sollen zentrale Schritte des Innovationsprozesses, wie Technologie- und Produktentwicklung sowie Aus- und Weiterbildung, kooperativ durchgeführt werden. Das Center Biorefinery NRW (CEBYN) wird sich in der Aufbauphase auf aussichtsreiche Innovationsfelder, die ein großes Marktpotenzial, aber auch noch hohen Forschungs- und Entwicklungsbedarf aufweisen, konzentrieren.
Im Fokus stehen dabei die Bereiche „Materialien und Chemikalien“, „Biokraftstoffe“ sowie „Verwertung von lignozellulosehaltiger Biomasse“. Diese Themen leiten sich unmittelbar aus der Diskussion um geeignete Bioraffineriekonzepte zur gekoppelten Produktion von Lebensmitteln und Rohstoffen ab. Die Fortentwicklung und Demonstration von Prozessen und Prozessketten im Labor- und Technikumsmaßstab mit experimentellen Arbeiten soll ein wesentliches Ziel sein.
Für den Erfolg einer Entwicklung sind oft „Anfassproben“ erforderlich. Daher sollen Produktmuster bzw. Musterchargen zur Markterschließung hergestellt werden können. Hierzu wurden beispielsweise eine Anlage zur Bandbeschichtung mit Biopolymeren und die Erweiterung einer Anlage zur Herstellung feinster Partikel als Fördermaßnahme des Landes NRW umgesetzt.
4. Highlights
Jahrestagung ExzellenzNRW 2011

ExzellenzNRW - Im Rahmen der Jahrestagung diskutierten mehr als 700 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Wirtschaftsförderer, Mitarbeiter von Transfereinrichtungen, Verbänden und Kammern die Perspektiven der Clusterpolitik. In sieben Fachforen wurden ausgewählte Themenfelder der Zusammenarbeit, in denen das Land bereits heute eine Vorreiterrolle übernimmt, diskutiert: Cloud Computing und Logistik, Organische Elektronik, Social Media, die Zukunft der elektrischen Netze, Elektromobilität und Leichtbau, Ressourceneffizienz, Alzheimer Demenz - Neurodegenerative Erkrankungen.
„CleanTechNRW“ – Initiative für den Schutz des Klimas

BIO.NRW, CHEMIE.NRW - Wirtschaft und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen bündeln ihre Kräfte für den Klimaschutz. Dazu ist die Initiative "CleanTechNRW" offiziell zum Spitzencluster-Wettbewerb des Bundes an den Start gegangen. Ziel sind unter anderem nachhaltige, CO2-arme Produkte und Verfahren und neue Energielösungen. Zu den ersten Mitgliedern von "CleanTechNRW" gehören die Unternehmen Evonik, Henkel, Lanxess, RWE und ThyssenKrupp sowie der Bayer-Konzern, der die Federführung übernommen hat. Die Initiative setzt vor allem auf Konvergenz und den Know-how-Austausch.
Zentrum für Bioökonomieforschung gegründet

BIO.NRW - Seit dem 21. Oktober 2010 gibt es in Nordrhein-Westfalen das Bioeconomy Science Centre (BioSC). Es ist das erste Zentrum Europas, das mit einem integrativen Gesamtkonzept Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie betreibt. Partner sind das Forschungszentrum Jülich, die Universitäten Bonn und Düsseldorf sowie die RWTH Aachen. Sie bündeln im BioSC die Kompetenzen von mehr als 50 ihrer Institute. Gemeinsam werden sie die zentralen Themen einer umweltschonenden Ökonomie auf der Basis nachwachsender Rohstoffe bearbeiten.
CLIB 2021 - Cluster Industrielle Biotechnologie e.V.

Bio.NRW - Innerhalb der Biotechnologie, als Schüsseltechnologie der Zukunft mit großem Problemlösungspotenzial für fast alle Lebensbereiche, spielt die industrielle Biotechnologie eine immer größere Rolle. Die Industrielle Biotechnologie fungiert dabei als Innovationsmotor, von dem wichtige Impulse für zahlreiche Anwendungsfelder ausgehen. Das Cluster CLIB2021 ist 2006 angetreten, um vom Clusterkern Nordrhein-Westfalen aus die industrielle Biotechnologie überregional in Industrie, KMU und Akademia wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren.
Bioraffinerie - Nachwachsende Rohstoffe komplett verwerten
Energiewirtschaft.NRW - Eines seiner vier Leitthemen widmet das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) der stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien. Das integrative Gesamtkonzept für die bio- und thermochemische Umwandlung nachwachsender Rohstoffe zu Chemikalien, Werkstoffen sowie Brenn- und Kraftstoffen ist ein Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. Im „Kompetenz-Netzwerk Kraftstoffe“ der EnergieAgentur.NRW steht für den Einsatz von Biokraftstoffen die optimale Ausnutzung und Verwendung der Biomasse im Vordergrund. Bioraffinerien sollen daher dezentral im Verbund produzieren und zeichnen sich durch eine Logistik der kurzen Wege und die Nähe zu anderen Anlagen wie Biodiesel-, Bioethanol- oder Biogasanlagen aus.
5. Weitere Informationen
- Landescluster
- Umwelttechnologien
- Chemie
- Biotechnologie
- Biotechnologie NEU
- Chemie NEU
- Landescluster alt
- Umwelttechnologien alt
- Energiewirtschaft alt
- Fachbeiträge
- Bioraffinerie-Schwerpunkt Fraunhofer UMSICHT
- Leitmärkte
- Energiewirtschaft und Green Technologies







