Bioraffinerie-Verfahren zur Trennung von Holzinhaltsstoffen
Seit 2007 entwickeln und evaluieren 15 Partner unter Koordination der Dechema eine Lignocellulose-Bioraffinerie im Labormaßstab – mit Erfolg: Den Wissenschaftlern ist es jetzt erstmals gelungen einheimisches Buchen- und Pappelholz so aufzuschließen, dass die drei Bestandteile Cellulose, Hemicellulosen und Lignin getrennt anfallen. Damit eröffnen sich neue und möglicherweise bessere wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten für die Holzbestandteile Hemicellulose und Lignin. Aus den gewonnenen Fraktionen lassen sich chemische Zwischenprodukte sowie Bindemittel und Füllstoffe für Holzwerkstoffe und Kunststoffe gewinnen.
Eine erste Schätzung für eine großtechnische Nutzung unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten ergab, dass das erprobte Konzept in einer Bioraffinerie mit einer Jahreskapazität von 400.000 Tonnen Laubholz sinnvoll zum Einsatz kommen könnte. Voraussetzung ist, dass es gelingt, die Ligninfraktion für die Herstellung bislang erdölbasierter Produkte zu verwenden.
Als Zwischenschritt ist jetzt in einem Folgeprojekt der Bau einer Pilotanlage in Leuna geplant, die rund 1,25 Tonnen frische Holzhackschnitzel pro Woche verarbeiten soll. Sie wird ebenso wie das jetzt abgeschlossene Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gefördert.
Die Partner im Lignocellulose-Bioraffinerie Projekt:
(Förderkennzeichen FNR 22027405, 22014106, 22014206, 22014306, 22014406, 22001307)
Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen
Boehringer-Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim
DECHEMA e.V., Frankfurt am Main
Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, Rheinmünster
Dynea Erkner GmbH, Erkner
Evonik Degussa GmbH, Marl
FI Bioaktive Polymersysteme e.V., Teltow
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, Pfinztal
Johann Heinrich von Thünen Institut, Hamburg
Solvent Innovation GmbH, Köln
Technische Universität Kaiserslautern
Technische Universität München
Universität Erlangen-Nürnberg
Universität Karlsruhe (TH)
Universität Rostock
Anbieter & Akteure
Für Weblinks und relevante Beiträge im Nachrichten-Portal bitte Unternehmen bzw. Organisation wählen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V.
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT)
Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI)
Technische Universität Kaiserslautern
Technische Universität München
Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Login
Nicole Paul
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843-69 30-142
Fax: 03843-69 30-220
E-Mail: n.paul(at)frn.de


