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Coworking im Kommen!

CREATIVE.NRW - Bei der 2. Jelly Week vom 4. bis 10. Juli 2011 hatten Interessierte in Wuppertal sieben Tage lang die Gelegenheit, das Coworking-Konzept in der Praxis kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Coworking Spaces stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur zur Verfügung, die je nach Bedarf flexibel genutzt werden können. Gerade für Freiberufler und Selbstständige aus der Kreativwirtschaft kann dies eine gute Alternative zum Home Office oder zum eigenen Büro sein.

 

Am Montag wurden einige kollaborative Projekte und Ideen aus und für Wuppertal vorgestellt. Das Büro Longjaloux etwa präsentierte den "Hauptbahnhof für Kreative - Ein Kreativhaus für Wuppertal", eine alternative Nutzungsidee für das Wuppertaler Schauspielhaus als kreativem Zentrum für Agenturen, Freiberufler, Coworker etc. in der Region Wuppertal, Remscheid und Solingen. Die Initiative Clownfisch stellte ihr Projekt der "Utopiastadt" vor: einen Ort, der "den Kulturschaffenden und Kreativen die verlorenen Freiheiten für ihre eigenen Utopien" zurückgeben soll - man hat bereits konkrete Immobilien im Blick, Sponsoren und Partner werden gesucht.

Am Dienstag wurde erörtert, wie ein Coworking Space in Wuppertal etabliert werden könnte. Am Mittwoch befasste sich eine Diskussionsrunde mit dem Thema "Kreative Umnutzungen als Motor der Stadtentwicklung". Man war sich einig, dass es in Wuppertal nicht damit getan sein dürfe, das Erbe von Größen wie Pina Bausch zu verwalten, sondern dass man sich eher von deren Pioniergeist und Innovationskraft leiten lassen sollte, um etwas Neues zu schaffen. Als Hindernis etwa für Umnutzungen von Räumen oder Gebäuden erwiesen sich nach Ansicht mancher Teilnehmer immer wieder die bestehenden Verordnungen bzw. deren zu strenge Auslegung durch die Ämter. Andreas Bialas (SPD-Landtagsfraktion/Kulturpolitischer Sprecher) rief dazu auf, beharrlich zu bleiben und den Verantwortlichen Projekte vorzustellen - oft ließen sich im Gespräch doch Lösungen finden. "Kreative Menschen fragen nicht, ob sie etwas tun sollen, sondern nur wie", lieferte ein Teilnehmer aus dem Publikum einen Impuls zum Abschluss der Diskussion. Am Donnerstag gab es ein kreatives "Speeddating", am Freitag ging es dann mit einem Coworking Dinner nahtlos über in das 1. Coworking Germany Barcamp.

 

58 Teilnehmer aus 18 Städten in Deutschland, der Schweiz und Frankreich beschäftigten sich am Wochenende damit, wie Coworking sich weiter durchsetzen kann, in welchen Bereichen es sinnvoll genutzt werden kann - und welche Hindernisse oder gar Gefahren auf dem Weg liegen könnten. Dem kollaborativen Barcamp-Konzept entsprechend, ging es in den 12 Sessions nicht nur um Wissensvermittlung; in Workshops und Brainstormings wurden auch ganz konkret Ideen und Konzepte erarbeitet. In der Session "Coworking Deutschland" wurden die aktuelle Situation und die Zukunft von Coworking in Deutschland erörtert. Nicht zuletzt, um eine Vereinnahmung der Graswurzelbewegung von außen und eine zu starke Kommerzialisierung und Verwässerung des Coworking-Gedankens zu verhindern, könnte die Gründung einer Interessensvertretung oder eines Verbandes sinnvoll sein. Peter Schreck von Coworking Cologne stellte die Coworking Card vor: Mit der Coworking Card "Summer Special 2011" für 25 Euro kann man vom 1. August 2011 bis zum 30. September 2011 in sechs Städten (Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Münster, Osnabrück) jeweils zwei Tage lang arbeiten.

In der Session "Coworking Plus" ging es um Aspekte, Möglichkeiten und Projekte, die mit Coworking verknüpft werden könnten. Auch wenn das Konzept aus der Kultur- und Kreativwirtschaft kommt, ist es für weitere Branchen und gesellschaftliche Bereiche anschlussfähig - von neuen Bildungskonzepten bis hin zur Innovationsfindung in der "klassischen" Wirtschaft. NRW-Kreativlotse Christof Schreckenberg stellte in einer Session die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes vor und bot seine Unterstützung an, um bestehende und geplante Coworking Spaces auf eine wirtschaftlich solide Basis zu stellen - in der Diskussion wurde deutlich, dass es ein Patentrezept hierfür nicht gebe, sondern dass jeder Coworking Space seinen eigenen Weg und sein eigenes Konzept finden müsse.

Am Sonntag ging das Barcamp mit einem gemeinsamen Frühstück und weiteren Sessions zu Ende - die gemeinsame Arbeit wird weitergehen. Zu den Themen der einzelnen Sessions werden Dokumente auf einer Internetplattform erstellt, an denen Interessierte weiterarbeiten können.

 

Kontakt

CREATIVE.NRW
Cluster Kultur- und Kreativwirtschaft
Carolin Paulus
Hofaue 63
42103 Wuppertal
Mobil: 0160/94612527
Tel.: 0202/24843.20
Fax: 0202.24843.19
paulus@creative.nrw.de