Elektronik-Chips der Zukunft: Nachwuchs-Chipdesigner aus NRW gewinnen Schüler-Wettbewerb

- (v.l.) Dr.-Ing. Joachim Schneider ,VDE-Präsident, Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover, Florian Venn (1.Platz), Simon Grätzer und Robin von Wnuck (Platz 2), Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dominik Schneider (Sonderpreis), Joschka Kraft (3.Platz). Quelle: VDE Projektbetreuung INVENT a CHIP.
NMW.NRW - Fünf junge Mikroelektronik-Talente aus Nordrhein-Westfalen wurden kürzlich von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan mit dem Schüler-Preis „Invent a Chip“ ausgezeichnet. Sie hatten sich gegen rund 300 andere Projekte durchgesetzt. Damit steht der Mikrosystemtechnik-Nachwuchs aus NRW bundesweit an der Spitze.
„Wir freuen uns, dass sich bei diesem bundesweiten Wettbewerb Schüler aus Nordrhein-Westfalen durchgesetzt haben“, so Harald Cremer, Landesclustermanager NanoMikro+Werkstoffe.NRW. „Nordrhein-Westfalen als führender Mikrosystemtechnik-Standort braucht auch in Zukunft qualifizierten Nachwuchs. Deshalb ist ein Schüler-Wettbewerb wie „Invent a Chip“ wichtig, er weckt den Tüftlergeist und das Interesse an Schlüsseltechnologien über die Schullaufbahn hinaus“, so Cremer. Mit mehr als 350 Akteuren innerhalb Deutschlands nimmt Nordrhein-Westfalen im Bereich der Mikrosystemtechnik eine führende Position ein: in NRW haben 28% aller deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich mit Mikrosystemtechnik befassen, ihren Firmensitz.
Ungewöhnliche und spannende Nachwuchsideen aus NRW
Die Nachwuchstalente aus NRW haben ihre Innovationsfreude unter Beweis gestellt und ungewöhnliche Projekte entwickelt. Den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro erhielt der 17-jährige Schüler Florian Venn aus Oberhausen. Er entwickelte einen „Advanced Motor Controller“, einen Mikrochip für die Motorsteuerung. Mit dem Chip lassen sich z. B. präzise Drehzahl- oder Drehmomentsteuerungen für Modellautos oder für größere, motorgetriebene Anwendungen wie computergestützte Fräsen umsetzen. Der mit 2000 Euro dotierte zweite Platz ging an das Schüler-Duo Simon Grätzer und Robin von Wnuck Lipinski aus Köln. Die beiden 18-Jährigen haben einen „Chip für den Acker“ entwickelt, der dank Sensoren den Ackerboden überwachen, automatisch Land düngen oder bewässern kann. Durch den Mikrochip-Einsatz kann eine richtige Versorgung der Pflanzen sichergestellt werden. Joschka Kraft (18) aus Dormagen ist der Drittplatzierte des Wettbewerbs. Seine Entwicklung überzeugt durch ihren praktischen Nutzen: der Dormagener hat einen Mikrochip entwickelt, der mit Hilfe eines Reflektions- und Temperatursensors ermittelt, ob die Scheiben eines geparkten Autos vereist sind und wie lange es dauert, die Scheiben vom Eis zu befreien. Der mit 2000 Euro dotierte BMBF-Sonderpreis für das Projekt mit der größten Industrierelevanz ging an den 19-jährigen Dominik Schneider aus Wuppertal. Er hat einen Mikrochip entwickelt, der in Bussen für mehr Komfort sorgt: Beschleunigungssensoren und Abstandsmessungen sollen eine schonende Fahrweise und den Kraftstoffverbrauch reduzieren.
Der Wettbewerb, der bereits zum 9. Mal stattfand, richtete sich an Schüler der Jahrgänge 9 bis 13 und verzeichnete in diesem Jahr mit mehr als 300 Projektideen einen Teilnehmerrekord. Insgesamt zwölf Teams, die sich unter 2.138 Teilnehmern durchgesetzt hatten, konnten in der Praxisphase des Wettbewerbs an einem dreitägigen Workshop an der Leibniz Universität Hannover teilnehmen.
„Invent a Chip“ ist eine gemeinsame Initiative des VDE (Verbande der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) und des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung).


