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InnovationCity Ruhr

Blauer Himmel - grüne Stadt

THS-Siedlungsanlage in der Solarstadt Gelsenkirchen. Quelle: Solarstadt Gelsenkirchen

EnergieRegion.NRW - Der Initiativkreis Ruhr hat im März 2010 den Startschuss für ein auch bundesweit einmaliges Projekt gegeben: Ab Oktober 2010 soll eine im Ruhrgebiet gelegene 50.000 Einwohner umfassende kleinere Stadt oder ein Stadtteil zur Niedrigenergie- und damit zur „Klima-Stadt“ umgebaut werden. Ziel ist es, den Energiebedarf der InnovationCity Ruhr bis zum Jahr 2020 durch den Einsatz neuer Technologien um mehr als 50% zu reduzieren. Dafür soll unter anderem der gesamte vorhandene Gebäudebestand energieeffizient saniert und Neubauten nach dem aktuellen Stand der Technik errichtet werden. Innovative Technologien, wie Wärmepumpen und Solaranlagen, sollen für CO2-arme Energieerzeugung sorgen, modulare und energieeffiziente Verkehrssysteme für umweltfreundliche Mobilität.

 

Mit der Realisierung des Projekts wird das Ziel verfolgt, klassische erprobte Maßnahmen sowie Innovationen zur CO2-Reduzierung in den Bereichen Energieeffizienz, dezentrale Erzeugung und Elektromobilität sowie die Integration von Kommunikationstechnologien („smart grid“) modellhaft in einem zu definierenden Pilotgebiet des Ruhrgebiets umzusetzen und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Diese Innovationen sollen zur CO2-Reduktion bei gleichzeitigem Beibehalten oder sogar dem Ausbau der industriellen Wertschöpfung führen. Ein besonderer Fokus des Projektes InnovationCity Ruhr liegt auf der Übertragung des Modells in andere Städte und Regionen. In einer Roadmap wird die Umsetzung aller geplanten Maßnahmen erfasst und in einem detaillierten Zeitplan dargestellt. Ein effektives CO2-Minderungskonzept, das die energieintensiven Industrien beibehält, macht die Metropole Ruhr im Feld Energieeffizienz und Ressourcenschonung zum Vorbild für andere stark industrialisierte Regionen weltweit.

 

Die Umsetzung dieses einzigartigen Projekts soll praxisnah und räumlich gebündelt in enger Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Politik erfolgen. Die Vielschichtigkeit des Projektes InnovationCity Ruhr adressiert nicht allein Fragen der Technologie, des Klimas und Städtebaus, sondern hat auch eine gesellschaftspolitische und sozio-kultuelle Dimension. Um das Projekt in seiner Komplexität zu erfassen, zu analysieren und auszuwerten, wurde ein wissenschaftlicher Beirat gegründet: 15 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, verschiedener Hochschulen und wissenschaftlicher Institutionen aus der Region werden die Entwicklung und Entstehung von InnovationCity Ruhr über zehn Jahre wissenschaftlich begleiten. Auch im wissenschaftlichen Beirat werden Kräfte und Kompetenzen gebündelt. Unterschiedliche Disziplinen werden sich in Arbeitsgruppen den definierten Untersuchungsfeldern widmen und trans-disziplinär erarbeiten.

 

Das Projekt

 

Das Gesamtprojekt wird über eine Laufzeit von zehn Jahren ca. 2,5 Mrd. Euro an Investitionen benötigen: ca. 75% der Gesamtinvestitionen sind unter Berücksichtigung der derzeitigen Fördermöglichkeiten von Land, Bund oder EU ein Geschäftsmodell, das für Bewohner, Gewerbetreibende, Unternehmen und die Kommune wirtschaftlich ist. Die verbleibenden 25% der zu leistenden Investitionen bedürfen einer zusätzlichen Förderung der öffentlichen Hand, oder werden aus Vermarktungsgründen von den Unternehmen vor Ort umgesetzt, obwohl sie noch nicht wettbewerbsfähig sind. Der hohe Anteil sich selbsttragender Investitionen entsteht durch die Größe des Projektes. Dadurch, dass Maßnahmen großflächig umgesetzt werden, werden sie auch wirtschaftlich (Economies of Scale), denn es wurde bei den Berechnungen deutlich, dass bauliche Maßnahmen, die in kleinem Maßstab umgesetzt kaum wirtschaftlich sind, in einer orchestrierten Groß-Maßnahme, die ca. 50.000 Einwohner betrifft, durchaus wirtschaftlich sind. Die notwendigen Gesamtinvestitionen für das Projekt konnten durch die Entwicklung und Analyse einer InnovationCity Ruhr im Modell ermittelt werden. Dieses Modell stellt detailliert die typischen Merkmale einer Stadt mit 50.000 Einwohnern im Ruhrgebiet in den  Bereichen Wohnen, Gewerbe, Handel und Dienstleistung, Industrie, öffentliche Gebäude und Mobilität dar. Nach genauer Berechnung der geplanten Maßnahmen bei Nutzung klassischer sowie innovativer Technologien in den genannten Bereichen können die CO2 Emissionen in diesem Modell von ursprünglich ca. 412.000 t auf ca. 200.000 t reduziert werden.

InnovationCity Ruhr bietet dem Ruhrgebiet und dem Land NRW die Möglichkeit, sich auf den Gebieten Energieeffizienz, dezentrale Energieerzeugung und Mobilität eine Vorreiterrolle zu verschaffen. Dadurch erhält die Region ein Alleinstellungsmerkmal, das in dieser Art und Weise – und Größe – weltweit einzigartig ist. Die InnovationCity Ruhr wird darüber hinaus zeigen, wie eine Industrieregion auf den demographischen Wandel (Überalterung der Gesellschaft und Abwanderung) reagieren kann und mittels städtebaulicher Maßnahmen und Klimaanpassungsmaßnahmen Abwanderung aufhalten und Zuzug befördert kann, indem InnovationCity Ruhr attraktive Arbeitsplätze bietet und ein lebenswertes Umfeld schafft.

Das Land NRW beteiligt sich bereits heute finanziell an der eigens für „InnovationCity Ruhr“ gegründeten Managementgesellschaft, die das Projekt für die nächsten zehn Jahre steuern wird. Die Managementgesellschaft steht in engem Austausch mit einer interministeriellen Arbeitsgruppe aus Vertretern von Ministerien für Wirtschaft, Forschung, Verkehr und Umwelt, sowie der Staatskanzlei. „InnovationCity Ruhr“ setzt somit neue Maßstäbe im Feld Public-Private-Partnership. Auch auf europäischer Ebene laufen in absehbarer Zukunft Förderprogramme an, die von Interesse für eine InnovationCity Ruhr sind. Dies betrifft zum einen das europäische Energiekonjunkturpaket, bei dem in einer zweiten Tranche städtische und kommunale Energieeffizienz und dezentrale erneuerbare Projekte gefördert werden sollen. Aber auch im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms und des SET-Plan Schwerpunkts Smart Cities könnten sich neue positive Impulse für dieses Projekt ergeben.

 

Initiativkreis Ruhr

Der Initiativkreis Ruhr ist ein Zusammenschluss von mehr als 60 führenden Wirtschaftsunternehmen. Diese beschäftigen zusammen 2,25 Millionen Menschen weltweit und generieren einen Umsatz von über 630 Milliarden Euro. Die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen engagieren sich über ihre persönliche Mitgliedschaft im Initiativkreis Ruhr für die Metropole Ruhr und deren Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. In seinen Strategien und konkreten Projekten setzt der Initiativkreis Ruhr auf die Bündelung der Kräfte: ökonomisches Know-How der Mitgliedsunternehmen, in Kooperation mit Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten der Region befördern gemeinsam den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die technologieorientierten Aktivitäten des Initiativkreises Ruhr konzentrieren sich auf die für die Region zentralen, wirtschaftlichen Schwerpunkte Energie, Werkstoffe und Logistik.

 

Kontakt

Innovation City Management GmbH (in Gründung)
Herr Peter Lampe
Brunnenstrasse 8

45128 Essen

 

Pressekontakt:

Medienbüro Thomas Hüser
Thomas Hüser
Gebhardtstr. 41
45147 Essen

Tel.: 0201.316 28 48
Fax: 0201.316 28 68
hueser(at)medienbuero-hueser.de

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