Kooperation NRW/Niederlande zum Thema Wasserqualität
Umwelttechnologien.NRW - Zur langfristigen Sicherung einer hohen Wasserqualität besteht grundsätzlich Handlungsbedarf zur Reduktion der Einträge von Spurenstoffen in Gewässer und damit zum Schutz der Ressource Wasser. In den letzten Jahren konnten vermehrt Mikroverunreinigungen (wie z.B. organische Spurenstoffe) in der aquatischen Umwelt nachgewiesen werden.
Die Spurenschadstoffproblematik liegt darin begründet, dass z.B. vom menschlichen Organismus ausgeschiedene Arzneimittel bzw. deren Metabolite oder Industriechemikalien nur in begrenztem Maße bzw. gar nicht während des biologischen Abwasserreinigungsprozesses auf kommunalen Kläranlagen eliminiert werden können und deshalb im Ablauf der Kläranlagen, im Gewässer und in Teilen auch schon im Rohwasser der Trinkwasseraufbereitung noch nachweisbar sind. Eine weitgehende Verbesserung der Elimination der Spurenstoffe ist durch additive Maßnahmen bei der Abwasserbehandlung sowohl in den kommunalen Kläranalgen aber auch bei Hotspots z.B. Industriebetrieben mit einer entsprechenden Abwasserbelastung an Mikroverunreinigungen realisierbar. Hierzu haben sich die Techniken der Ozonung und der Aktivkohleadsorption als derzeit am besten umsetzbar herauskristallisiert.
Die Gewässer wie z.B. der Rhein halten sich nicht an Ländergrenzen, daher haben die Oberlieger eine hohe Verantwortung an die Gewässerreinhaltung gegenüber den Unterliegern eines Gewässers. Daher ist die länderübergreifende Diskussion von Maßnahmen zur Reduzierung der Spurenstoffe zwingend erforderlich.
In NRW und auch in den Niederlanden wird derzeit die Spurenstoffproblematik diskutiert. In NRW werden zurzeit schon einige Behandlungsanlagen betrieben bzw. befinden sich im Bau. NRW setzt bei diesem Thema auf einen ganzheitlichen Ansatz auf unterschiedlichen Ebenen. Spurenstoffe sollen wenn möglich direkt an der Quelle eliminiert werden. Zudem sollen aber auch die Kläranlagen ausgebaut und die Trinkwasseraufbereitungstechnik modernisiert werden.
Der strategische Ansatz, der im Projekt „Reine Ruhr“ verfolgt wird, soll auch auf andere Gewässer im Land ausgedehnt werden, die der Trinkwassergewinnung dienen. Dies soll in einem Masterplan Wasser von der Landesregierung festgelegt werden.
Am 11. April 2011 wird zu einer Tagung zur Auslotung transnationaler Aktivitäten zur Spurenstoffelimination in das Maritim Hotel in Düsseldorf eingeladen. Ziele sind der weitere Wissensaustausch und die Entwicklung neuer länderübergreifender Strategien zur Spurenstoffelimination und somit der Schutz des gesamten Wasserkreislaufes. Mit der Tagung sollen weitere Kooperationen angestoßen werden. Es ist eine Weiterführung der Kooperation über Folgeveranstaltungen angedacht. Zu der Tagung werden hochrangige Vertreter aus den Länderministerien, der Wissenschaft und Forschung im gesamten Wasserkreislauf und den Wasserverbänden eingeladen. Über offene Diskussion - geleitet durch das Cluster Umwelttechnologien.NRW - und kurze Präsentationen, jeweils aus beiden Ländern, soll viel Raum für einen informellen Austausch geboten werden.



