Nachhaltige Energiegewinnung durch bislang ungenutzte Reststoffe
Umwelttechnologien.NRW - Eine Idee für den Umgang mit Abfallsubstanzen wie etwa Siebresten und auch land- und forstwirtschaftlichen Restelementen wie Stroh, Schwachholz oder Sägemehl haben der Bergische Abfallverband (BAV) und die Fachhochschule Köln, Campus Gummersbach: Gemeinsam werden sie aus der Zentraldeponie Leppe eine Lehr- und Forschungseinrichtung für nachhaltige Ressourceneffizienz, Stoffumwandlung und Standort bezogene Umwelttechnologie aufbauen.
„Die natürlichen Rohstoff- und Energievorräte werden die steigende Nachfrage in absehbarer Zeit nicht mehr befriedigen können. Umso wichtiger ist die Nutzung der Energiepotentiale aus Reststoffen vielfältiger Herkunft“, beschreibt Hagen Jobi, Verbandsvorsteher des BAV die Initiative. Vor diesem Hintergrund ist das Projekt „:metabolon“ (Metabolismus = Stoffumbau/ -umwandlung) entstanden, das aus insgesamt vier Modulen besteht. Neben einem außerhochschulischen Lernort für Forschung und Lehre gehören auch eine Lern- und Erfahrungslandschaft für Schüler, ein nachhaltiges Gewerbegebiet sowie diverse Sport- und Freizeitangebote zum Konzept. „Unsere vierteilige Struktur aus Wissenschaft, Unternehmensansiedlung, schulischem Erlebnis- und attraktivem Freizeitort führt zu einer Wandlung des Standorts Leppe, an der die gesamte Region beteiligt sein kann“, sieht Jobi :metabolon als umfassendes und langfristig nutzbares Projekt mit Modellcharakter für NRW.
Diese Einschätzung teilt auch die nordrhein-westfälische Landesregierung, die :metabolon mit Landes- und EFRE-Mitteln von rund 15 Millionen Euro unterstützt, unter anderem aus dem Topf „REGIONALE - Kultur- und Naturräume in Nordrhein-Westfalen“. Mit diesem Instrument werden Maßnahmen für einen erfolgreichen ökonomischen Strukturwandel gefördert, die das Ziel verfolgen, ein eigenständiges Profil durch eine regionale Vernetzung und Qualifizierung von Kultur-, Freizeit-, Erholungs-, Gesundheits-, Sport- und Tourismusangeboten mit dem ökonomischen Prozess zu verknüpfen. Diesem Anspruch wird die Umgestaltung des Deponieareals mit ihrer Kombination von inhaltlicher Neuausrichtung und städtebaulicher sowie raumplanerischer Umgestaltung nach Ansicht der Förderjury vollauf gerecht.
Ermöglicht wird somit der Aufbau einer wissenschaftlichen Infrastruktur zur Erschließung ungenutzter Energiequellen, deren Output Strom, Biogas, Chemierohstoffe oder Wärme sein sollen. Das parallel entstehende Gewerbegebiet für Unternehmen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Stoffumwandlung und Umwelttechnologie sorgt für einen effizienten Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis.



