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Physik-Nobelpreis für Grundlagenforschung am Nanomaterial Graphen

NMW.NRW - Der diesjährige Physik-Nobelpreis geht an die beiden Professoren Andre Geim und Konstantin Novoselov von der britischen Universität Manchester für ihre Grundlagenforschung an Graphen. Graphen ist ein Nanomaterial, das besondere elektronische Eigenschaften hat. Zwar gibt es bisher keine Produkte, die Graphen enthalten, aber Graphen ermöglicht es, Bauelemente wie Transistoren mit mehr als 100 Gigahertz zu entwickeln.

 

Das heißt, Graphen-Transistoren wären viel schneller als bisher eingebaute Silizium-Transistoren. Graphen können in Zukunft ein enormes wirtschaftliches Potenzial mit sich bringen. Beispielsweise, wenn die gängigen, derzeit in Mikrochips eingesetzten Transistoren, die millionenfach in Computern und Flachbildschirmen eingesetzt werden, durch Graphen-Transistoren ausgetauscht werden.

Zukunft in Nordrhein-Westfalen

 

In Nordrhein-Westfalen hat die Zukunft bereits begonnen. In dem Bundesland befassen sich rund 400 Akteure in Forschung, Entwicklung und Anwendung mit Nanotechnologie – einer der Schwerpunkte liegt im Bereich der Nanomaterialien. AMO, die Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH in Aachen, verfügt über spezielle Forschungs- und Entwicklungsleistungen und eine komplette Infrastruktur für die Nanotechnologie. Für Dr. Daniel Neumaier, Nanotechnologiexperte bei AMO ist klar, dass die Verleihung des Nobelpreises für das Forschungsgebiet Graphen „eine tolle Sache“ ist. „Es wird sicherlich positive Auswirkungen auf die Forschung haben. Insbesondere die schnelle Würdigung eines noch so jungen Gebiets - erst 2004 gelang es der Arbeitsgruppe um Prof. Geim, graphenartige Schichten unter Raumtemperaturbedingungen im Labor herzustellen - ist super.“
Den Schritt von der Grundlagenforschung in die Anwendung erarbeitet die Universität Bielefeld um Dr. Andrey Turchanin. Sein Ziel ist es, Graphen in der Massenproduktion aus sich selbst organisierenden Schichten herstellbar zu machen und beispielsweise als Subsitut für Indiumzinnoxid einzusetzen. Indiumzinnoxid wird bisher in LCD-Flachbildschirmen als transparente, leitfähige Elektrode eingesetzt. Neue Wege in der Informationstechnologie beschreiten die Forscher von JARA-FIT, der Jülich Aachen Research Alliance, einem Zusammenschluss Aachener und Jülicher Wissenschaftler im Bereich der Informationstechnologie. Die Arbeitsgruppe rund um Prof. Markus Morgenstern beschäftigt sich mit den physikalischen Eigenschaften von Graphen, um es z. B. als Schalter zu benutzen.

 

Kontakt

Cluster NanoMikro+Werkstoffe.NRW

Merowingerplatz 1
40225 Düsseldorf

Raoul Hamacher/Nicola Roeb
raoul.hamacher(at)nmw.nrw.de
nicola.roeb(at)nmw.nrw.de