RWTH StreetScooter
AutoCluster.NRW - Er ist preiswert, umweltfreundlich und ausgesprochen flexibel: der RWTH StreetScooter. Dieser Name steht für eine Elektrofahrzeugfamilie, die speziell für den Stadtverkehr produziert wird. In Großserie gefertigt, soll das Fahrzeug ohne Batterie rund 5.000 Euro kosten. Nach der Konzeptphase startet der StreetScooter jetzt in die zweijährige Entwicklungsphase. Die ersten Prototypen wird es im Jahr 2011 geben, 2012 soll dann eine Kleinserie auf den Markt kommen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Automobilherstellern ersetzen wir den Verbrennungsmotor nicht einfach durch einen Elektromotor, sondern entwickeln ein von Grund auf neues Fahrzeug“, erläutert der Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) Professor Stefan Gies.
Der StreetScooter ist als modulares Baukastensystem aufgebaut. Er soll bald in verschiedenen Varianten produziert werden: als Zwei- und Viersitzer, mit offener und geschlossener Ladefläche sowie als Cabrio- und Coupé-Variante. Die Modelle zeichnen sich durch ihre skalierbare Fahrleistung, die flexible Reichweite und eine hohe Individualisierbarkeit von Innen- und Außengestaltung aus. Der RWTH-Flitzer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h sowie Reichweiten zwischen 60 und 130 km. Rund neunzig Prozent aller Fahrten könnten damit abdeckt werden. „Das reine Elektrofahrzeug wird auch in den nächsten zwanzig Jahren ein Kurzstrecken-Fahrzeug bleiben“, meint Juniorprofessor Dirk Uwe Sauer vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA).
Als strategische Initiative der RWTH initiiert, betreibt mittlerweile eine Forschungs- und Entwicklungsallianz aus den bereits genannten Instituten, dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL), dem Institut für Elektrische Maschinen (IEM) sowie Partnern aus der Industrie die Umsetzung des StreetScooters. Dies ermöglicht die ganzheitliche Betrachtung der zentralen Forschungsthemen der Elektromobilität: Batterietechnologie, Leistungselektronik, elektrischer Antrieb, Energieeffizienz, optimierte Leichtbaukarosserien, neuartige Kommunikations- und Fahrerassistenzsysteme sowie Batterieleasing-, Energieversorgungs- und Infrastrukturkonzepte stehen im Fokus der aktuellen Forschung. Die Industriepartner beteiligen sich mit eigenem Entwicklungspersonal und investieren neben Material und Zulieferkomponenten auch liquide Mittel. Alle Institute der RWTH sowie interessierte Unternehmen aus der Automobilindustrie und Herstellern von Produktionstechnologie steht es weiterhin offen, sich in das interdisziplinären Verbundprojekt einzubringen.




