Gemeinsam auf den Klimawandel reagieren
Auftaktveranstaltung „Anpassung an den Klimawandel für die Städte Remscheid und Solingen“
Ende Januar war Startschuss für das Projekt, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die Städte Remscheid und Solingen sowie Lösungsmöglichkeiten behandeln soll. Rund 40 Akteure der Region wurden in der Klosterkirche auf das Projekt eingestimmt. Rund 85.000 Euro Fördergelder stehen für das Projekt zur Verfügung. Diese stammen aus dem Topf der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums (BMU). Die Städte Remscheid und Solingen hatten sich erfolgreich mit dem Klimaschutzteilkonzept „Anpassungan den Klimawandel“ beworben.
„Die Stadt Wuppertal hat dieses Thema bereits erarbeitet, ihre Ergebnisse werden nachrichtlich in das regionale Gesamtergebnis einfließen“, erläutert Projektleiter Carsten Zimmermann von der Bergischen Entwicklungsagentur. Wenige Wochen zuvor hatten alle drei Städte gemeinsam bereits die Bewilligung für ein weiteres Klimaschutzteilkonzept erhalten, das die Potentiale der Region im Bereich ErneuerbareEnergien untersuchen wird. Die Ergebnisse aus diesen beiden Konzepten werden auch Eingang in den Regionalplan der Bezirksregierung finden.
Vorsorgen und planen
Beauftragt mit der Erstellung des Gutachtens ist das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen. Direktor Prof. Dr. Dirk Vallée und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter stellten die Herausforderungen des Klimawandels und die Vorgehensweise ihrer Arbeit heute den rund 40 Akteuren der Region in der Klosterkirche Lennep vor. Unter ihnen waren die Vertreter der Umweltämter, der Forstämter ebenso wie die Zuständigen der Stadtwerke, Entsorgungsbetriebe, Wirtschaftsförderungen, IHK, Wasserverbände, Feuerwehren, Wohnungsmarktakteure und Vertreter der Politik. Schon an dieser Konstellation lässt sich ablesen, wie breit das Konzept aufgestellt sein wird. „Anpassung heißt, sich mit dem zu beschäftigen, was kommt“, so Vallée. Das gilt für die schleichenden Klimaveränderungen wie der langsame Anstieg der Temperaturen genauso wie für die plötzlichen Extremereignisse wie Sturzregen oder Stürme.
Ein sehr neues Thema - auf vielbestehende Forschungsergebnisse kann man nicht zurückgreifen, gleichwohl die Auswirkungen auch im Bergischen Städtedreieck längst greifbar sind, denkt man an Hochwasser, die Schäden durch Kyrill und Erosionen an verschiedenen Hängen. Wie man mit diesen Folgen schon vorsorgend bei Planungen umgeht, was Unternehmer und Privateigentümer tun können oder müssen, um ihr Gut in Zukunft zu schützen, all das soll in dem Gutachten aufgeführt werden, das bis Ende des Jahres erstellt wird. „Man kann nicht genau sagen, wo und wann etwas eintrifft, es kann überall passieren“, warnt Vallée. So gelte es, in den Flächennutzungs- und Bebauungsplänen zu berücksichtigen, dass Kaltluftbahnen nicht verbaut werden, die Frischluft in die Zentren transportieren. Wo werden Wohn- oder Gewerbeflächen in Zukunft sinnvoll sein, wo lässt man besser Freiflächen? Dies betrifft in erster Linie die Kommunen, doch nicht nur für diese sind die Ergebnisse des Gutachtens nützlich. Feuerwehren können ihre Ausrüstung danach ausrichten. Auch Infrastrukturfragen werden behandelt, so dass auch der Landesbetrieb Straßen.NRW oder die Bahn Vorkehrungen treffen können.
„Dies ist eine Pionierarbeit im Bereich Regionalplanung“, so Vallée. Alle werden am Ende Hausaufgaben zu machen haben. Es werden jetzt Lösungsvorschläge erarbeitet, die Entscheidung zur Umsetzungen liegt letztendlich auf Seiten der Städte und Akteure. In den kommenden Monaten werden er und sein Team Fachgespräche mit ihnen führen undwichtige Informationen sammeln. Im Sommer wird es dann Workshops geben, um Querbezüge zwischen den einzelnen Ämtern und Akteuren herzustellen. Gegen Jahresende wird das ausformulierte Konzept bereitstehen und der Politik und Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Schon im Frühjahr sollen aber auch erste Ergebnisse der Bezirksregierung zur Berücksichtigung im neuen Regionalplan mitgeteilt werden“, sagt Zimmermann. Die Vorbereitungen laufen also bereits, Ende des Jahres wird man wissen, wie sich die Region an den Klimawandel anpassen kann.


