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Consumer Facility Management

Letzte Aktualisierung: 1.4.11

1. Branche und Kompetenz in der Region

„Consumer Facility Management (ConFM)“ beschreibt die Übertragung und Optimierung von Prozessen aus dem gewerblichen Facility Management auf Privathaushalte und geht somit über das klassische Anwendungsfeld der „Haushaltsnahen Dienstleistungen“[1] hinaus. „ConFM“ wird als Instrument zur Steuerung von Dienstleistungsprozessen rund um das Wohlergehen von Privatpersonen verstanden. Hierdurch wird eine bei Bedarf auch sehr umfassende Betreuung aller in einem Haushalt lebenden Personen ermöglicht.

Wesentliche Akteure im Bereich „ConFM“ sind u. a.

  • Anbieter von personen-, objekt-, technik- und familienbezogenen sowie pflegerischen Dienstleistungen,
  • Zulieferer und Ausrüster (z. B. Sicherheitstechnik) o. g. Dienstleister und Anbieter,
  • Agenturen und Vermittler von Dienstleistungen / Dienstleistern (privat, kommunal, caritativ) mit Schnittstellen zur Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Medizintechnik und Logistik,
  • Intermediäre (z. B. F&E-Einrichtungen, Kammern, Kommunale Einrichtungen, Qualifizierungseinrichtungen)

Im Regierungsbezirk Münster (Münsterland und Emscher-Lippe-Region) zeichnet sich, nicht zuletzt durch die demographische Entwicklung bedingt, ein riesiger Bedarf an der Bereitstellung haushaltsnaher, pflegerischer, objekt- sowie familienbezogener Dienstleistungen ab. Dieser Bedarf wird gegenwärtig nur durch ein weit versprengtes Angebot und nur teilweise gedeckt. Bislang sind die verschiedenen Segmente gekennzeichnet durch nicht aufeinander abgestimmte Handlungsstrategien.

Auf der anderen Seite schließen sich immer mehr Dienstleister und weitere Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette personen- und objektbezogener Dienstleistungen zu (teilweise noch) unkoordinierten Netzwerken zusammen. Es entstehen überbetriebliche Kooperationsformen, z. B. Zusammenschlüsse von Pflegediensten und handwerklichen sowie hauswirtschaftlichen Dienstleistern.

Verschiedene Fachbereiche und Forschungsgruppen der FH Münster sowie regionale Forschungseinrichtungen forschen seit Jahren in dem Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen sowie zu den sich aus dem demografischen Wandel ergebenden Problemstellungen. Die Forschungsergebnisse werden u. a. über die IHK Nord Westfalen und die Handwerkskammer Münster in die Wirtschaftsunternehmen kommuniziert.

Die Nutzung von Synergieeffekten zwischen einzelnen Firmen und der Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur ist erkennbar z. B. in der Verknüpfung von haushaltsbezogenen technischen Dienstleistungen mit der Mikrosystemtechnik in Form von Ferndiagnosen, Telematik gestützter Patientenversorgung etc.

 

Zudem zeichnet sich der Regierungsbezirk Münster durch ein überdurchschnittliches Gründungsgeschehen von Dienstleistungsanbietern aus. Vielfältige Projektinitiativen unterschiedlicher Träger, die mehr oder weniger starke Berührungspunkte zum Themenbereich Consumer Facility Management aufweisen und die im Rahmen des beantragten Projektes eingebunden werden, runden das Kompetenzprofil der Region ab.

 

[1] Haushaltsnahe Dienstleistungen sind die regelmäßig oder unregelmäßig in privaten Haushalten anfallende Dienstleistungen,

  • die der Ernährung, Hygiene, Aufsicht und Pflege der Haushaltsbewohner dienen (personenbezogene Dienstleistungen) oder
  • die zu den reinigenden, pflegenden und inspektiven Maßnahmen an Wohnungseinrichtung und -gegenständen sowie des Gartens gezählt werden können (objektbezogene Dienstleistungen).

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2. Ziele und Aufgaben

Folgende Zielgruppen werden mit der Clusterinitiative angesprochen:

  • Dienstleister und Anbieter aus dem Bereich der haushalts- und personennahen Dienstleistungen/ConFM (handwerkliche KMU, private, kommunale und kirchliche Sozialdienstleister)
  • Nachfrager aus den Bereichen
    • private Haushalte
    • öffentliche Haushalte
    • Wohnungswirtschaft
    • Unternehmen der Wirtschaft, die „ConFM“ als Leistungsbündel für ihre Mitarbeiter nachfragen (z. B. Work-Life-Balance, familienfreundliche Strukturen)
  • Universität, Fachhochschule, Forschungseinrichtung
  • Intermediäre: Gebietskörperschaften, Politik, Fördermittelgeber, Verbände und Kammern

In dem vom der Handwerkskammer Münster koordinierten Vorhaben werden mit verschiedenen Partnern die vorhandenen Strukturen zu einem RegioCluster weiterentwickelt, um die bestehenden und entstehenden Projekte, Initiativen und Dienstleister miteinander zu vernetzen. Durch eine interdisziplinäre Verknüpfung vorgenannter Akteure entlang der Wertschöpfungskette werden durch einen strukturierten Wissens- und Know how-Transfers Mehrwerte und neue Wertschöpfungspotenziale insbesondere bei den vielen kleinen und Kleinst-Unternehmen erschlossen und die Clusterakteure in ihrer wirtschaftlichen Dynamik gegenseitig verstärkt. Erfahrungen, z. B. aufgebaute Strukturen, strategische, wirtschaftliche oder steuerliche Hintergründe etc. aus Projekten, Initiativen und Unternehmen werden in das beantragte Projekt integriert und die Clusterpartner im Rahmen des Clusteraufbaus zusammengebracht, informiert und untereinander abgestimmt. Ergänzend werden weitere Projekte und Initiativen im Rahmen der Clusterentwicklung angestoßen und bearbeitet.

Der Regierungsbezirk Münster wird nachhaltig zu einer Kompetenzregion für solche Dienstleistungen ausgebaut. Teilnehmende des Clusters erhalten die Möglichkeit, Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam zu bearbeiten (z. B. in Workshops). Durch die Entwicklung und Durchführung von Marketingmaßnahmen erfährt dieser Dienstleistungsbereich eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit (Internet, E-Newsletter, Broschüren, Flyer, Veranstaltungen, Messeauftritte u. ä.). Die verschiedenen Aktivitäten erhöhen die Transparenz und Wertschätzung für diese Dienstleistungen, ermöglichen die Erschließung neuer Märkte und verbessern somit die Marktchancen. Der Rahmen wird geschaffen für direkte Kooperationen vor Ort, die sich sowohl auf ein Arbeitsfeld als auch auf verschiedene beziehen können.

 

Durch die gemeinsame Entwicklung von Zielen, Strategien und Visionen erfolgt eine langfristige Institutionalisierung des Clusters.

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3. Arbeitsschwerpunkte des Clusters

Der Projektaufbau sieht vor, dass das Hauptaugenmerk zunächst auf der Akquise weiterer operativ tätiger Unternehmen liegt, die die Clusterinitiative aktiv unterstützen. Weitere Schwerpunkte bilden die konzeptionelle Arbeit an der Clustervision, den sich daraus ableitenden Handlungsfeldern sowie dem Geschäftsmodell.

 

Neben der Projektimplementierung und dem Aufbau des Projektmanagements, der kurzfristigen Einrichtung einer Internetpräsenz sowie der Information der Öffentlichkeit werden mit der Clusterinitiative folgende Schwerpunkte verfolgt:

  • Bestands-/ Marktanalyse
    Ziel:
    Erarbeitung des aktuellen Stands und des Marktpotenzials sowie der Rahmenbedingungen zur Clusteretablierung, Erstellung Positionspapiers über die Clustergrundzüge
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Analyse vorhandener Daten, Institutionelle und strukturelle Voraussetzungen, Durchführung von Befragungen

  • Entwicklung einer Clustervision: Ziele – Strategien/ Visionen – Handlungsfelder/ Kooperationsprojekte
    Ziel: Formulierung von Clusterzielen sowie Erarbeitung einer Entwicklungsstrategie bzw. Vision für das Cluster
    Aktivitäten / Maßnahmen: Organisierter Dialog zwischen Unternehmen, Kammern, Politik sowie Forschungs- und Qualifizierungseinrichtungen, aktive Kooperationsnetzwerke zwischen den Beteiligten zur Förderung von Innovationsprozessen knüpfen, festigen und ausbauen.
  • Finanzierung der Dienstleistungen
    Ziel:
    Erarbeitung von Möglichkeiten zur nchhaltigen Finanzierung von HHDL / ConFM
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Analyse vorhandener Daten, Netz regionaler Institutionen für Finanzierungshilfen, Konzeptentwicklung, Entwicklung hybrider Produkte
  • Kooperation / Vernetzung
    Ziel:
    Information über und Aufbau von vertikalen und horizontalen Strukturen, von denen Kooperationspartner profitieren
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Analyse, Potenziale, Ansatzpunkte
  • Bildung / Qualifikation
    Ziel:
    Deckung des internen Qualifizierungs- und Bildungsbedarfes
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Ermittlung des Bildungsbedarfes/möglicher Bildungsthemen, Organisation Zielfindungsprozess, Fachvorträge, Entwicklung und pilothafte Durchführung von Qualifikationen
  • Gewinnung weiterer Partner / Betriebe
    Ziele:
    Festigung und Ausweitung des Clusters, Verbesserung der Kooperationsmöglichkeiten, Erreichen der kritischen Massen
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Aktive Akquise, Passive Akquise, Öffentlichkeitsarbeit
  • Marketing / Kommunikation
    Ziele:
    Präsentation des Clusters in der Öffentlichkeit, Verbesserung des Images und der Attraktivität von ConFM
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Schaffung von frühzeitigen Beteiligungsmöglichkeiten, Internetgestützte Kommunikationsplattform, Durchführung von Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen, Erstellung und Umsetzung Messekonzept, Entwicklung Clustermarke
  • Businessplanung / Geschäftsmodell
    Ziel:
    Erarbeitung eines tragfähigen Organisations- und Finanzierungsmodell zur nachhaltigen Fortführung des Clusters
    Aktivitäten / Maßnahmen:
    Strategische und operative Entscheidungsstrukturen, Aufbau- und Ablauforganisation, Produktentwicklungspotenziale und Netzwerkbildung, Finanzierungsmodell, Businessplan, Lobbying, Benchmarking, Initiierung und Durchführung interdisziplinärer Projekte

Unter der Federführung einzelner Projektpartner werden für die Handlungsfelder unter Beteiligung weiterer Clusterakteure Entwicklungskonzepte erarbeitet. Diese sollen dann im weiteren Projektverlauf zielgerichtet umgesetzt werden.

1. Arbeitstreffen RegioCluster ConFM am 17.03.2010

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4. Akteurslandschaft

Der Erfolg des Projektvorhabens wird wesentlich davon abhängen, Unternehmen, die Wissenschaft, Kammern und Innungen aber auch kommunale und politische Akteure aktiv in die Entwicklung des Clusterkonzepts, der Netzwerk- und Kooperationsbildung, der Geschäftsplanung sowie in die Kommunikations- und Marketingstrategie einzubeziehen. Hierüber soll gewährleistet werden, dass regionale und kommunal-politische Strategien, Konzepte und Ansätze zum Umgang mit dem demographischen Wandel in das Projekt integriert werden können. Das Cluster wird offen sein für weitere interessierte, sofern ihre Teilhabe eine Unterstützung der Ziele und Aufgaben des Clusters darstellt.

 

Aktuell sind folgende Akteure mal aktiver, mal weniger aktiv in die Projektumsetzung eingebunden:

  • INFA-ISFM e.V. (Ahlen)
  • Zauberfrau Einzelunternehmen (Münster)
  • MGS Münsterland Gebäudereinigungs-Service (Schöppingen)
  • Kreishandwerkerschaften Steinfurt-Warendorf, Coesfeld und Borken
  • Facility Care AG (Münster)
  • NeumannConsult (Münster)
  • IHK Nord Westfalen (Münster / Gelsenkirchen)
  • FAC´T GmbH (Münster)
  • Fachhochschule Münster (diverse Fachbereiche)
  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Marketing)
  • SeniorenService AWO GmbH (Marl)
  • Münsterland e. V. (Greven)
  • Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (Beckum)
  • Wirtschaftsförderung Münster
  • Stadt Münster
  • Stadt Coesfeld
  • Wirtschaftsförderung des Kreises Coesfeld WFC (Dülmen)
  • Provinzial Versicherung AG (Münster)
  • Sparkasse Münsterland-Ost (Münster)
  • RA Baumeister & Partner (Münster)
  • Komtax GbR (Ahlen)

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Ansprechpartner

Dr. Frank Kühn-Gerhard

Handwerkskammer Münster
Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung - Projekte
Zentrum für Handwerk und Wissenschaft Münster e.V.
Bismarckallee 1
48151 Münster

Tel.: +49 (0)251 5203-328
Fax: +49 (0)251 5203-408
frank.kuehn-gerhard(at)hwk-muenster.de
www.cluster-confm.de

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