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Letzte Aktualisierung: 1.4.11

1. Branche und Kompetenz in der Region

Sich für Leichtbau engagieren, bedeutet Zukunftspotenziale nutzbar machen. Möbelleichtbau bietet eine ganze Reihe überzeugender Vorteile: Nicht nur die Rohstoffkosten sinken, auch die Energieeffizienz in der Produktion steigt, während die Logistikkosten spürbar reduziert werden.

Auf Zukunftssicherheit bauen
Leichtbau ist damit schon heute die ideale Ausgangsbasis, um dem allgemeinen Kostendruck durch Billigimporte und gleichzeitig möglichen rechtlichen Restriktionen durch eine Gewichtsbegrenzung bei Mitnahmemöbeln zu begegnen. Zunehmende Mobilität und der Trend zur Technikintegration eröffnen bislang unerschlossene Marktpotenziale, da sich hier in Kombination mit Leichtbau völlig neue gestalterisch-technische Möglichkeiten bieten.

Teil des Ganzen sein
Aus diesem Grund lädt die Interessengemeinschaft Leichtbau e. V. alle Interessierten der gesamten Wertschöpfungskette dazu ein, gemeinsam Lösungen für die Konstruktion und Produktion von leichten Möbeln zu erarbeiten.

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2. Ziele und Aufgaben

Die Region Ostwestfalen-Lippe verfügt über Kernkompetenzen in der gesamten Wertschöpfungskette der Holz/Möbelbranche. Das Projekt möchte diese bestehenden Kernkompetenzen mit dem unternehmerisch hohen Wachstumspotenzial des Leichtbaus verknüpfen und einen Beitrag zum Auf- bzw. Ausbau eines Leichtbauclusters in der Region leisten.

Die Anpassung der Unternehmen an die veränderten Marktbedingungen im Leichtbau erfordert kurz- und längerfristige Maßnahmen. Kurzfristig bedarf es an Impulsen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zeitnah erhöht. Dazu gehören die gezielte Schulung von Mitarbeitern sowie die strategische Neuausrichtung der Unternehmen. Unternehmen sollen dabei unterstützt werden, strategische Allianzen zu bilden bzw. sich aktiv in das Leichtbau-Netzwerk einzubringen.

Langfristige Wettbewerbsvorteile können durch die Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen erreicht werden. Um dies zu erreichen, müssen auch langfristig die Rahmenbedingungen vor Ort verbessert werden. Zu den Rahmenbedingungen, die längerfristig verbessert werden müssen, zählen die Verbesserung der Aus- und Weiterbildungssituation vor Ort, die regionale Versorgung mit Fach- und Führungskräften in diesem Bereich, sowie der Aufbau und die Etablierung von Unterstützungsstrukturen zur Information und Beratung von Unternehmen. Die Entwicklung eines Informationssystems zu neuesten Trends und Entwicklungen im Bereich der holzverarbeitenden Industrie sowie im Leichtbau hilft den Unternehmen im gezielten Ausbau des eigenen Wissens- und Innovationsmanagements. Der Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft muss kontinuierlich ausgebaut und intensiviert werden. Die Kooperationstätigkeit der Unternehmen muss gezielt gefördert werden.

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3. Arbeitsschwerpunkte des Clusters

Projektmodul 1: Clustermanagement

Der Erfolg des Auf- und Ausbau der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe hängt entscheidend vom Management der „Leichtbauoffensive OWL“ ab. Das Clustermanagement muss einerseits über sehr gute Kenntnisse der Möbel- und Möbelzulieferbranche, des Marktes von Möbeln sowie des Marktes von Zulieferprodukten, Anlagentechnik und Dienstleistungen verfügen. Andererseits müssen im Rahmen der thematischen Ausrichtung auf die Leichtbaukonstruktion von Möbeln hervorragende Kenntnisse in der spezifischen Werkstofftechnologie, der Verbindungstechnik sowie Produktionstechnik vorausgesetzt werden.

Das Clustermanagement identifiziert die regionalen Potenziale in Ostwestfalen-Lippe und berät die einzelnen Akteure entlang der Wertschöpfungskette in allen Belangen des Kompetenzauf- und -ausbaus im Möbelleichtbau. Die Hauptaufgabe besteht in der strategischen und operativen Netzwerkarbeit zwischen Unternehmen, Verbänden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie staatlichen Einrichtungen auf den unterschiedlichen Ebenen.

 

Projektmodul 2: lightweight.contact – Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit liegt als essenzieller Baustein des Auf- und Ausbaus der Leichtbau-Cluster-Initiative in der Verantwortung des Clustermanagements. Die Definition als eigenständiges Projektmodul „lightweigth.contact“ unterstreicht diese besondere Bedeutung. Um bei der gewählten Form des Clustermanagements die notwendige Kontinuität und Professionalität sicherzustellen, wird das operative Geschäft der Öffentlichkeitsarbeit auf mehrere Ebenen verteilt.

 

Projektmodul 3: lightweight.convention – Leichtbau-Symposien

Eine klassische Form des Austauschs von Forschungsergebnissen zwischen Wissenschaftlern und Produktentwicklern wie Ingenieuren der Unternehmen stellt die Veranstaltung eines Symposiums dar. Ein solches Symposium schafft i.d.R. einen oftmals über Jahrzehnte stabilen formalen Rahmen und ist daher in besonderem Maße geeignet, Nordrhein-Westfalen auch über das Ende des Förderzeitraumes als Innovationsland zu präsentieren.

Die großen wissenschaftlichen Konferenzen im Forschungsbereich der Holz- und Möbeltechnologie finden allerdings bislang ausnahmslos in Nord-, Süd- und Ostdeutschland und damit in großer räumlicher Distanz zu den produzierenden Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe statt. Daher besteht ein herausragendes Ziel der Leichtbau-Cluster-Initiative in der Initiierung und Etablierung eines Leichtbau-Symposiums im Herzen der Möbelregion Ostwestfalen-Lippe. Damit soll das Thema Möbelleichtbau besetzt und in der internationalen Wissenschafts-Community fest mit der Region Ostwestfalen-Lippe verknüpft werden. Dieses Leichtbau-Symposium soll im jährlichen Turnus stattfinden. Die Symposien sind als Zwei- Tages-Veranstaltungen geplant, um dem Aspekt des Networking insbesondere im Rahmen der Abendveranstaltung breiten Raum zu geben.

 

Projektmodul 4: lightweight.future – Delphistudie

Der Auf- und Ausbau der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe soll mit der Durchführung einer breit angelegten Delphistudie zur Abschätzung der derzeitigen technologischen wie marktseitigen Situation und deren zukünftiger Entwicklung im Möbelleichtbau gestartet werden. Neben der Datenerhebung verfolgt diese Studie das gleichrangige Ziel, alle maßgeblichen Akteure in Industrie, Wissenschaft und Institutionen in einen gemeinsamen Dialog miteinander zu führen.

 

Projektmodul 5: lightweight.market – Conjoint-Analyse

Zur unmittelbaren Ergänzung der vorgenannten Delphistudie soll im Rahmen des Auf- und Ausbaus der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe auch das Akzeptanzverhalten des Endverbrauchers für Leichtbaumöbel direkt am Point of Sale, d.h. in Möbel- und Einrichtungshäusern erhoben werden. Somit kommt es bei der Durchführung dieser Studie zu einer unmittelbaren Einbindung des Möbelhandels in allen Regionen Deutschlands. Als Methode der Erforschung des zu hinterfragenden Verbraucherverhaltens wird das Verbundmessungsverfahren der Conjoint-Analyse eingesetzt.
Letztlich lässt sich die Präferenz für eine bestimmte Möbel-Gewichtsklasse als echtes „value-weight“ ermittelt werden.

 

Projektmodul 6: lightweight.ecology – Stoffstromanalysen

Der Klimaschutz durch Verringerung des Ausstoßes von klimaschädlichen CO2-Gasen wird eines der vordringlichsten Ziele bei der zukünftigen Produktion von Gebrauchsgütern wie Möbeln sein. Die Verbesserung der ökologischen Bilanz von Produkten und Produktionsverfahren ist somit als echter Innovationstreiber anzusehen.

Der Auf- und Ausbau der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe dient der Erarbeitung von Kennzahlen hinsichtlich der treibhauswirksamen Emissionen beim Produktions- und Verarbeitungsprozess  von konventionellen Holz- und Holzwerkstoffen und soll die Frage klären ob es signifikante Veränderungen hinsichtlich der Gesamtemissionen durch den Einsatz leichter Holzwerkstoffplatten im Sandwichaufbau gibt.

 

Projektmodul 7: lightweight.technology – Qualität/Normung

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Angebot an unterschiedlichen Leichtbauwerkstoffen für den Möbelbau ganz wesentlich erweitert. Derzeit ist es aber nicht möglich, diese Werkstoffe technisch zu beschreiben.

Notwendige dimensionsunabhängige Werkstoffkenngrößen und adäquate Prüfverfahren fehlen. Insbesondere Leichtbauwerkstoffe verhalten sich unter Belastung völlig anders als die klassischen, weitgehend homogenen Partikelwerkstoffe (Span- und Faserplatten).

Daher können und dürfen die etablierten und genormten Prüfverfahren nach DIN, DIN EN, ISO etc. für diese Werkstoffe nicht ohne Weiteres auf Leichtbauwerkstoffe übertragen werden. Das Versagen von Möbelbauteilen kann daher auch nicht mit den üblichen Berechnungsmodellen vorherbestimmt werden, ebenso der Einfluss unterschiedlicher Befestigungs- und Beschlagsysteme.

Der Möbelindustrie fehlt also die grundlegende Voraussetzung zur Dimensionierung von Möbelbauteilen sowie zur gesicherten Auslegung von Verbindungspunkten. Dieser Umstand stellt derzeit das größte Hemmnis bei der Verbreitung der Leichtbaukonstruktion im Möbelbau dar. Das Ziel dieses essenziellen Projektmoduls besteht in der Erarbeitung einer geeigneten Prüfmethodik, sowie in der Ermittlung von umfassenden dimensionsunabhängigen mechanischen Werkstoffkenngrößen für die wichtigsten Leichtbauwerkstoffe durch entsprechende Prüfreihen.

 

Projektmodul 8: lightweight.manufacturing - Verarbeitung

Zur unmittelbaren Ergänzung der vorgenannten werkstofftechnologischen Untersuchungen sollen im Rahmen des Auf- und Ausbaus der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe auch produktionstechnische Empfehlungen für die Verarbeitung von modernen Leichtbauwerkstoffen mit der etablierten Maschinen- und Werkzeugtechnik erarbeitet werden. Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse sind die Materialeigenschaften einiger Plattenwerkstoffe – insbesondere von Sandwichkonstruktionen – nicht gleich bleibend. Die Herstellung selbst ist nur bedingt prozessfähig. Werden diese Eigenschaften nun durch wenig beherrschte Weiterverarbeitungsprozesse überprägt, würde dies unweigerlich zu ebenfalls schwankenden und damit kaum akzeptablen Produkteigenschaften der Möbel führen.

Die Akzeptanz der Leichtbauwerkstoffe durch die Branche hängt auch entscheidend von einer problemlosen Verarbeitung dieser Plattenwerkstoffe ab.

Projektmodul 9: lightweight.training – Aus- und Weiterbildung

Der Aufbau von Kompetenzen im modernen Möbelleichtbau durch einen kontinuierlichen Wissenstransfer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber insbesondere auch durch institutionalisierte Schulungs-, Aus- und Weiterbildungsangebote sind zur Zielerreichung der Leichtbau-Cluster-Initiative der Möbel- und Möbelzulieferindustrie unerlässlich.

Kurzfristig müssen auf der Basis der heute vorliegenden technologischen wie produktionstechnischen Erkenntnisse sowie der ökologisch und marktseitig unterstellten Potenziale Unternehmensmitarbeiter und zukünftige Fach- und Führungskräfte im modernen Leichtbau ausgebildet werden.

Neben kurzfristigen Schulungsmaßnahmen, für Mitarbeiter der Möbel- und Möbelzulieferindustrie in Ostwestfalen-Lippe, müssen zur nachhaltigen Verankerung des Leichtbau-technolgischen Wissens auch Schulungsangebote für Multiplikatoren im Land Nordrhein-Westfalen entwickelt werden.

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4. Akteurslandschaft

Lehre und Forschung

Der Fachbereich Produktion und Wirtschaft der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo steht für unternehmensübergreifende Forschung und Entwicklung von Leichtbaukonstruktionen. Das Thema Leichtbau ist in die bisherigen Studieninhalte der Hochschule integriert und soll dauerhaft zum Standard erhoben werden.
www.hs-owl.de

 

Interessenvertretung

Die sechs Verbände der Holz- und Möbelindustrie Westfalen-Lippe mit Sitz in Herford vertreten die Interessen von ca. 350 Mitgliedsunternehmen. Dies erfolgt nicht nur als Tarifpartner, sondern auch im Bereich der (daten-) technischen Standardisierung und bei nationalen und europäischen Gesetzesvorhaben. Darüber hinaus informieren sie ihre Mitglieder branchenspezifisch durch Veranstaltungen und Rundschreiben.
www.vhk-herford.de

 

Wirtschaft

Durch die Mitgliedschaft von interessierten Unternehmen aller Verarbeitungsstufen aus Industrie und Handwerk werden neue Partnerschaften geschmiedet. Möbelhersteller, Caravanbauer, Lieferanten von Werkstoffen und Fertigungsmaterialien, Maschinen- und Anlagenbauer aber auch Beratungsunternehmen und Anbieter von Softwarelösungen bilden die gesamte Wertschöpfungskette ab.

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Ansprechpartner

Projektmanager:
Dipl.-Ing. Torben Hellmann
Leichtbauoffensive OWL
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Liebigstraße 87
32657 Lemgo
Fon: 05261 702 5946
Fax: 05261 702 530
torben.hellmann(at)hs-owl.de

www.igel-ev.net/de/leichtbauoffensive_owl


Projektleitung:
Prof. Martin Stosch
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Liebigstraße 87
32657 Lemgo
Fon: 05261 702 182
Fax: 05261 702 530
martin.stosch(at)hs-owl.de

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