Letzte Aktualisierung: 1.4.11
Inhalt:
1. Branche und Kompetenz in der Region
Die Weiterentwicklung der regionalen Möbelindustrie bzw. des regionalen Möbelclusters in OWL hin zu einem international ausgerichteten Produktmanage-ment der Unternehmen bildet ein Fundament für mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dies wird von den Verbänden der Möbelindustrie, den Wirtschaftsförderern und Unternehmen der Region gleichermaßen bekräftigt.
Im Vergleich zu anderen mittelständisch geprägten Clustern haben sich trotz innovativer und qualitativ hochwertiger Produkte nur wenige Unternehmen der ost-westfälischen Möbelindustrie im europäischen Umfeld positioniert. Insbesondere die osteuropäischen Märkte verzeichnen infolge der stark steigenden Kaufkraft vieler Bevölkerungsschichten eine boomende Nachfrage nach Möbeln, aber auch einige westeuropäische Märkte wie Großbritannien, Frankreich oder Spanien zeigen kontinuierliche Wachstumsraten im privaten Konsum auf.
Rein auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtete Firmen reagieren anfälliger auf einen Rückgang der Inlandsnachfrage. Zudem halten sie dem Druck durch die steigende Zahl ausländischer Wettbewerber auf den deutschsprachigen Heimmärkten - vermehrt auch im hochwertigen Segment – weniger stand.
Daher sollte auch für die ostwestfälische Möbelbranche zukünftig die Devise lauten: Nur wer sich jetzt international durchdacht aufstellt, wird auch in Zukunft entscheidende Wettbewerbsvorteile und eine Senkung der Marktrisiken erzielen können.
Dies sichert nachhaltig die Beschäftigung in der für Ostwestfalen-Lippe so bedeutsamen Möbelindustrie, welche in Nordrhein-Westfalen rund 50.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.
2. Ziele und Aufgaben
Der „Furniture Club“ ist ein im landesweiten Wettbewerb ausgewähltes und durch das Wirtschaftsministerium des Landes NRW gefördertes Projekt, welches die Möbelindustrie aus OWL bzw. NRW beim systematischen Ausbau ihrer Marktpräsenz in Europa gezielt und praxisnah unterstützt.
Um die Hemmschwelle für eine stärkere internationale Ausrichtung zu senken, ist aus Sicht zahlreicher Unternehmen eine transparente und qualitativ hochwertige Unterstützungsstruktur erforderlich. Damit soll sich die Möbelindustrie schneller, gezielter und im Ergebnis kostengünstiger in entscheidenden europäischen Märkten positionieren können. Das Label „Furniture Club“ wurde auch deshalb gewählt, weil sich beteiligte Unternehmen damit gut identifizieren können, und weil das Label eine Sogwirkung für die regionale Möbelindustrie ergeben soll, insbesondere im Hinblick auf eine Gemeinschaft international denkender und handelnder Unternehmen mit einem international ausgerichteten Produkt- und Leistungsportfolio.
Mit dem „Furniture Club“ soll ein international wahrnehmbares Label für die mittelständische Möbelindustrie in OWL bzw. NRW entstehen, welches es den beteiligten Unternehmen ermöglicht, im europäischen Ausland als eine Gruppe international erfolgreicher Akteure wahrgenommen zu werden.
3. Arbeitsschwerpunkte und Projekte des Clusters
Bei den beteiligten Unternehmen sollen entsprechende Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt werden, die im Ergebnis eine internationale Perspektive eröffnen und in Zukunft eine professionelle Bearbeitung europäischer Märkte nachhaltig gewährleisten. Die Beratung und Vermittlung einer fundierten internationalen Kompetenz erfolgt nahe am Tagesgeschäft und weitestgehend „on-the-job“. Dabei ist entscheidend, dass der Nutzen für die Unternehmen direkt ersichtlich und im Tagesgeschäft anwendbar ist.
Zwischenbetriebliche Kooperationen haben in den letzten Jahren eine große Bedeutung erlangt. Dies ist auf zahlreiche Veränderungen der Rahmenbedingungen, wie der Globalisierung oder der steigenden Bedeutung der Informationstechnologie, zurückzuführen. Während Großunternehmen auf diese Veränderungen mit Fusionen oder Akquisitionen reagieren, ist für mittelständische Unternehmen, deren Vorteile Flexibilität und Kundennähe sind, die Ausweitung der Unternehmensgrenzen auf diesem Weg oft nicht in erforderlichem Maße möglich. Mittelständische Unternehmen sind darüber hinaus stark standortgebunden. Gerade im Möbelbereich ist eine konsequente Ausweitung des Produktmanagements auf das Ausland nicht die Regel. Hier bietet sich demzufolge die Zusammenarbeit im Rahmen eines Clusters an.
Im Fokus der Aktivitäten des Projektes „Furniture Club OWL“ steht der systematische Ausbau des Export Know-hows der beteiligten Unternehmen im direkten Kontakt mit ausländischen Marktakteuren sowie innerhalb des Möbelclusters in OWL. Denn die wachsende Marktdynamik und die Diversifizierung der Marktanforderungen infolge der stärkeren internationalen Verflechtungen erfordern ein schnelleres Reaktionsvermögen bezüglich Produktentwicklung, Zusammenstellung der Kollektionen, Logistik und geeigneten Maßnahmen am Point of Sale.
Die Arbeitsschwerpunkte des Projektes sind dabei:
- Sondierung der Potenziale europäischer Märkte (Sortimentsgestaltung, Produktanpassung, Positionierung im Markt, etc.) im direkten Austausch mit potenziellen Vertriebspartnern, Kunden und Meinungsführern im Zielland.
- Systematische Erschließung von Kunden und Vertriebspartnern in europäischen Märkten (z. B. durch die Durchführung von Country-Scout-Reisen unter Begleitung erfahrener Spezialisten, ganzheitliche Vertriebs- und Exportchecks).
- Länderspezifische Workshops in OWL mit ausgewählten Führungskräften von Importeuren, Einrichtungshäusern oder Möbelherstellern aus mehr als 10 europäischen Ländern.
- Wertvolle Informationen für das weitere Vorgehen im Zielmarkt durch Befragung von Endverbrauchern zur Produktakzeptanz für ausgewählte Möbelprogramme.
- Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit Kunden und Vertriebspartnern im europäischen Ausland.
- Intensiver Know-how Austausch zwischen den beteiligten Unternehmen im Hinblick auf länderspezifische Anforderungen und Trends sowie zu geeigneten Anpassungsmaßnahmen im eigenen Unternehmen.
- Branchenspezifische Workshops zu wichtigen Exportthemen.
- Identifizierung von Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten im Ausland (Vertrieb, Einkauf, Produktmanagement).
- Intensive Vorbereitung der am Projekt teilnehmenden Unternehmen zur Bildung von länder-, funktions- oder qualifizierungsorientierten Arbeitsgruppen mit dem Ziel der partnerschaftlichen Bündelung von Ressourcen.
- Grenzüberschreitende Einbindung ausländischer Strukturen in Innovations-prozesse und Produktmanagement bei den beteiligten Unternehmen.
- Systematischer internationaler Auftritt des Furniture Club und der dazugehörigen Unternehmen.
4. Akteurslandschaft
Eine Übersicht über die beteiligten Unternehmen und die Besetzung des Qualitätsbeirats finden Sie unter www.furnitureclub.de.




