Letzte Aktualisierung: 1.4.11
Inhalt:
1. Die Branche in NRW
Im EffizienzCluster LogistikRuhr als Deutschlands größtem Logistikforschungsprojekt werden über 120 Unternehmen und elf Bildungs- sowie Forschungseinrichtungen in den kommenden fünf Jahren gemeinsam Verbesserungspotenziale erarbeiten und ihre Ergebnisse in die Praxis umsetzen. Das klare Ziel: Die drei zentralen Herausforderungen von morgen mit lediglich 75 Prozent der Ressourcen von heute ökologisch und sozial verträglich zu meistern. Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan bringt es auf den Punkt: „Deutschlands Exportstärke hängt entscheidend davon ab, dass die richtigen Güter zur richtigen Zeit mit möglichst wenig Energie an die richtige Stelle im Produktionsprozess kommen. Effiziente Logistik ist deshalb eine zentrale Voraussetzung für unsere Wirtschaftskraft. Der Spitzencluster Logistik sorgt dafür, dass die Branche auch in Zukunft durch neueste Technologie eine führende Position einnimmt."
Der Spitzencluster wird durch den Initiativkreis Ruhr, die Fraunhofer Gesellschaft, agiplan GmbH, Wirtschaftsförderung Dortmund, Wirtschaftsförderungsgesellschaft metropoleruhr mbH, last-mile-logistik-netzwerk, LogistikRuhr e.V. sowie das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Die Metropole Ruhr besitzt eine vielfältige Forschungslandschaft, die sich durch die Nähe zu 3.000 Logistikunternehmen in der Region intensiv mit Fragestellungen aus den Feldern Logistik und IT auseinandersetzt. Mehr als 600 Wissenschaftler an 13 Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bilden gemeinsam den FuE-Bereich des Netzwerks LogistikRuhr. Mit der für die Logistik charakteristischen fächerübergreifenden Arbeitsweise gestalten Betriebswirte, Informatiker, Wirtschaftsmathematiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler die Logistik der Zukunft.
Unternehmensgründungen aus Forschungsprojekten bilden seit vielen Jahren einen stabilen Wachstumskern. Begünstigt von den guten Rahmenbedingungen und Standortfaktoren der Metropole Ruhr konnten sich junge Unternehmen etablieren, die gemeinsam mit den bereits am Markt positionierten Firmen eine vielgestaltige Unternehmenslandschaft bilden. Auf der Grundlage dieser Strukturen entwickeln die FuE-Partner von LogistikRuhr Formen der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die neue Synergien und nachhaltige Entwicklungen generieren.
2. Ziele und Aufgaben
Nach den erfolgten Bewilligungen arbeitet der EffizienzCluster LogistikRuhr seit dem Sommer konkret mit insgesamt sieben technischen und sozio-technischen Leitthemen in über 30 Verbundprojekten. Das stattliche Gesamtvolumen beträgt dabei rund 100 Millionen Euro, davon rund 40 Millionen Euro Fördermittel aus dem Spitzencluster-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Themenpalette deckt im Grunde die gesamte Bandbreite der Logistik in unserem Alltag ab. Ob das Lager der Zukunft oder Konzepte für die Benutzung alternativer Verkehrsträger, ob die Entwicklung intelligenter Verpackungen oder die Entwicklung neuartiger Logistik-Navigationslösungen, ob signierte Warenübergabe an der Haustür oder ein patentiertes Siegel für grünes Handeln - am Ende sollen aus den Einzelinvestitionen über 100 Produkte, Patente und Innovationen entwickelt und vermarktet werden. So wird bis 2015 mit einem erhofften Marktpotenzial von über zwei Milliarden Euro kalkuliert. Dies hat nicht zuletzt einen ganz wichtigen Nebeneffekt: Neben der Sicherung bestehender Arbeitsplätze werden bei den Clusterpartnern mehr als 4.000 neue Jobs geschaffen.
Ein Kernelement der Hightech-Strategie für Deutschland ist der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Forschungsergebnisse mit Innovationspotenzial müssen erkannt und schnell und erfolgreich am Markt umgesetzt werden, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Gleichzeitig gilt es, für die Zukunft relevante Forschungsfragen zu formulieren und hierzu Lösungen zu erarbeiten. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft voraus.
3. Arbeitsschwerpunkte und Projekte des Clusters
Für die strategische Weiterentwicklung des EffizienzCluster LogistikRuhr wurden sieben Leitthemen definiert, welche die zentralen Innovationsbereiche abbilden und vom klaren Anspruch zeugen, dass die Logistik ihre Rolle als Führungsinstanz von Wertschöpfungsnetzwerken künftig annimmt. Die drei zentralen Herausforderungen auf diesem zukunftsweisenden Weg wurden wie folgt definiert: Umwelt und Ressourcen schonen, Versorgung urbaner Systeme sichern sowie Individualität wahren und zugleich Effizienz ermöglichen. Um es nochmals deutlich auszusprechen: Dieses Mega-Projekt hat einen einmaligen Charakter. Das Zentrum der Logistik-Spitzenforschung ist damit unbestritten Nordrhein-Westfalen.
Innerhalb der Leitthemen und deren Verbundprojekte werden deshalb konkrete Lösungen für wesentliche Teilnehmer entlang der Wertschöpfungskette entwickelt und erprobt. Diese schaffen Voraussetzungen für Innovationen, die die Marktposition des Cluster in den nächsten Jahren im Sinne der Clusterstrategie maßgeblich verändern werden.
Die sieben Leitthemen des EffizienzCluster LogistikRuhr:
1. Wandelbare Logistiksysteme
2. Logistics-as-a-service
3. Urbane Versorgung
4. Güterverkehrsmanagement
5. Umwelt im Fokus
6. Logistische Gestaltungskompetenz
7. Aktivierung von Clusterpotenzialen
4. Akteurslandschaft
Mit der Führung und Repräsentation des EffizienzCluster LogistikRuhr wurde die EffizienzCluster Management GmbH (ECM) in Mülheim/Ruhr beauftragt, die sich als Geschäftsstelle um die begleitende Kommunikation sowie die gesamte Projektkoordination kümmert. Die ECM geht auf eine Public-Private-Partnership der agiplan GmbH, der Fraunhofer Gesellschaft und des Initiativkreis Ruhr zurück.
Als weitere Gremien im EffizienzCluster LogistikRuhr sind drei Akteure zu nennen: Zum einen der LogistikRuhr e.V. mit beteiligten Unternehmen und Wirtschaftsförderungen, zweitens das so genannte Board mit wichtigen Vertretern relevanter Akteursgruppen unter Vorsitz von Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML in Dortmund. Und schließlich das Scientific Committee, das sich aus Kompetenzträgern der beteiligten Forschungseinrichtungen formiert und bei dem Prof. Uwe Clausen (Institutsleiter am Fraunhofer IML) als Vorsitzender fungiert.





