Energieeffizienz-Pilotprojekt bei Busch-Jaeger
EnergieRegion.NRW - Zukunftsausrichtung hat bei Busch-Jaeger – nach eigener Darstellung – Tradition. Für den Bereich der Energieeffizienz kann dem Unternehmen aus Lüdenscheid bescheinigt werden, dass sie seit vielen Jahren Innovationen umsetzen. Und deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich Busch-Jaeger auch an mod.EEM, einem Pilotprojekt zur Einführung von Energiemanagementsystemen in Unternehmen, beteiligt.
Busch-Jaeger, ein Unternehmen der ABB-Gruppe, beschäftigt in Lüdenscheid und Aue (Bad Berleburg) rund 1.000 Mitarbeiter. Exportiert wird in mehr als 60 Länder. Das Unternehmen gilt in der Elektroindustrie als Motor, der seit über 130 Jahren Innovationen vorantreibt. Die Angebotspalette des Unternehmens umfasst zurzeit rund 6.000 Artikel, vom kompletten Elektroinstallationsprogramm bis hin zu elektronischen High-End-Produkten für das Gebäudemanagement – darunter zahlreiche Lösungen für mehr Energieeffizienz wie zum Beispiel Dimmer, Bewegungsmelder, Präsenzmelder, Komfortschalter mit zahlreichen Automatikfunktionen, Energie-Displays usw.
Energieeffizienz spielte für die Busch-Jaeger Elektro GmbH zum Beispiel auch bei der 18-Millionen-Euro-Investition in ein hochmodernes Logistikzentrum, das 2007 in Lüdenscheid eingeweiht wurde, eine wesentliche Rolle:
- Der Erdaushub – rund 60.000 Kubikmeter – blieb auf dem Betriebsgelände und wurde genutzt, um in direkter Anbindung an das Kundenschulungszentrum eine Grünanlage zu gestalten.
- Das Logistikzentrum wurde mit einer energieeffizienten Fußbodenheizung ausgestattet (10.000 Quadratmeter Fläche).
- Durch die Zentralisierung der gesamten Logistik am Freisenberg konnten die Warentransporte zwischen den bis dato auf mehrere Standorte verteilten Lager- und Logistikbereichen entfallen.
Auch in anderen Betriebsbereichen wurde in der Vergangenheit erheblich investiert, um die Energieeffizienz zu optimieren. So wurde eine komplette Fassadensanierung (rund 12.000 Quadratmeter) an Produktionshalle und Bürogebäude vorgenommen, die Warmwasseraufbereitung über eine Wärmerückgewinnung ausgestattet und 150.000 Kubikmeter Trinkwasser für die Werkzeugkühlung durch eine Kälteanlage mit Freikühlung eingespart. Zudem wird die Warmwasseraufbereitung im Küchenbereich durch die Abwärmenutzung der Tiefkühlhäuser effizienter gestaltet. Insgesamt sank der Energieverbrauch am Standort Lüdenscheid seit 2008 um 2,5 Prozent.
Hohe Energiekosten und der drohende Klimawandel zwingen zum Handeln. Zukunftssicherung bedeutet mehr denn je: Energie ökonomisch sinnvoll nutzen. Daher führt Busch-Jaeger aktuell ein Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ein.
Das Unternehmen wird damit seine energetische Leistung durch einen systematischen Ansatz kontinuierlich verbessern. Berücksichtigt werden dabei auch gesetzliche Anforderungen sowie anderweitige Verpflichtungen für die Organisation. Im Rahmen des Energiemanagements werden die vorhandenen Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz systematisch ermittelt und dokumentiert. Daraus lassen sich in einem weiteren Schritt Handlungsoptionen zur Kostenoptimierung ableiten. Durch die niedrigeren Energiekosten können Unternehmen insgesamt günstiger produzieren und werden dadurch wettbewerbsfähiger. Arbeitsplätze werden sicherer und die Exportchancen der gesamten Wirtschaft steigen.
Energiemanagement ist – zum Beispiel in Finnland, Österreich und der Schweiz – in Industrie- und Gewerbebetrieben ein bewährtes Instrument zur Verbesserung der Energieeffizienz und damit zur Senkung der CO2-Emissionen.
Deshalb nehmen die Lüdenscheider an mod.EEM Modulares EnergieEffizienzModell teil. Mod.EEM ist ein Teil der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Sie unterstützt Unternehmen dabei, ihre Energieeffizienz zu steigern und Energiekosten zu senken. Als gemeinschaftlich gefördertes Pilotprojekt des Bundesumweltministeriums mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen trägt mod.EEM als wirksames Instrument zur Erreichung dieser Zielsetzungen bei.
Ziel von mod.EEM ist die stufenförmige Einführung, Dokumentation und Aufrechterhaltung eines webbasierten Energiemanagementsystems im Unternehmen. In der Umsetzungsphase versteht sich mod.EEM als digitaler Leitfaden. Die Anwendung von mod.EEM erfolgt schrittweise durch Erarbeitung eines Basis-, Aufbau- und Vertiefungspaketes. Dem Anwender von mod.EEM stehen in jedem der einzelnen Pakete diverse Umsetzungs- und Dokumentationshilfsmittel zur Verfügung. Der modulare Aufbau von mod.EEM ermöglicht es Unternehmen ein auf ihre Erfordernisse und gewünschte Tiefe zugeschnittenes Energiemanagement einzuführen. Mod.EEM entspricht den Anforderungen eines Energiemanagementsystems nach DIN EN 16001 / ISO 50001.
„Wer im Bereich Energieeffizienz bereits Vorleistungen erbracht hat, der kann darauf aufbauen. Die Struktur von mod.EEM ist so ausgelegt, dass es in bestehende Managementsysteme, wie der ISO 9001, ISO 14001 oder EMAS, einfach integriert werden kann.“, erklärt Dipl.-Ing. Gerd Marx, Leiter der Energieberatung bei der EnergieAgentur.NRW. Rund 100 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen sind an diesem Projekt beteiligt. Ab Oktober 2012 – so die Planung – soll die Webapplikation mod.EEM allen Unternehmen auch außerhalb von NRW im Internet zur Verfügung stehen.



