Stadt Bottrop ist InnovationCity Ruhr
EnergieRegion.NRW - Warum gerade Bottrop? Weil die Stadt beim Klimaschutz bereits in der Champions League mitspielt. Sie hat jede Menge Know-how in Sachen „Wandel durch Innovation“ und genug Raum für neue Projekte.
Bereits heute kann die Stadt eine Fülle von innovativen Projekten vorweisen. Bottrop hat mit dem Tesla Brabus das schnellste Elektroauto der Welt, den ersten Zero-Emission-Gewerbepark, einen Schwerpunkt Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme an der neuen Hochschule Ruhr West, ein aktuelles Solarkataster, die größte Geothermie-Siedlung in Nordrhein-Westfalen und vieles mehr. Insbesondere bei städtischen Gebäuden hat die Stadt in den vergangenen Jahren große Einspareffekte erzielt. Dabei konnten 40 Prozent der Heizkosten, 35 Prozent beim Strom, 72 Prozent beim Trinkwasser eingespart werden. Im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes sind derzeit mehr als 30 Projekte über das Stadtgebiet verteilt, bei denen entweder regenerative Energieträger oder besonders umweltschonende Technologien eingesetzt werden.
Keine Frage: Bottrop spielt beim Klimaschutz in der Champions League. Im Finale des Wettbewerbs InnovationCity Ruhr hat die Stadt noch einmal nachgelegt und neue, erstaunliche Ideen zusammengetragen.
Neue Energien: von A wie Algen bis Z wie Zechen-Geothermie
Gleich drei Ideen steuert die RAG Aktiengesellschaft bei, die zusammen mit geeigneten Investoren genutzt werden können: Die für Bottrop maßgeschneiderten Ansätze reichen von der Algenzucht bis zur Wärmegewinnung aus Halden oder ganzen Bergwerken.
Dabei könnte Bottrop weiterhin eine weltweit führende Kohleregion bleiben.
In Tagen nämlich, so jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse, kann geschafft
werden, wozu die Natur 200 Millionen Jahre benötigt: Kohle. Dabei plant die
Universität Duisburg-Essen Wärme und Mineralien im Grubenwasser zu nutzen,
um CO2-fressende Algen heranzuzüchten, die in einem weiteren Verarbeitungsprozess zu Aktivkohle „gepresst“ werden.
Für die zweite RAG-Idee rückt ein deutlich sichtbarerer Energieträger in den
Fokus: Bottrops Bergehalden. Mithilfe von Erdwärmekollektoren möchte
Fraunhofer UMSICHT aus dem Bergematerial Energie gewinnen. Noch während
der Aufschüttung des bei der Kohleförderung anfallenden Gesteins verlegt, kann dem zwischen 25 und 50 Grad warmen Haldeninneren später Wärme entzogen werden.
Als Drittes schlägt das Geothermie-Zentrum Bochum vor, geplante Wohngebäude oder Industrieansiedlungen an ein Wärmetauschernetz anzuschließen, das zuvor in aktiven Bergwerken wie Prosper-Haniel verlegt worden ist. Einmal eingebaut, könnte das System auch nach einer eventuellen Bergwerksschließung dauerhaft zur Energieversorgung beitragen.
Sauber, leise, schnell: mobil mit Wasserstoff und Brennstoffzellen
Einen wichtigen Beitrag zur umweltverträglichen Mobilität kann die Vestische
leisten. Bei den bisher eingesetzten Wasserstoffbussen soll es nämlich nicht
bleiben. Die Vestische plant den Einsatz von Großraum-gelenkbussen, die rund 140 Fahrgästen Platz bieten. Das Neuartige daran: Angetrieben werden die Fahrzeuge durch Wasserstoff und Brennstoffzellen. Zwei solcher Busse sollen in Bottrop fahren, wenn die Stadt den Zuschlag zu „InnovationCity Ruhr“ bekommt. Die Brennstoffzellenbusse fahren vollkommen schadstofffrei, besonders geräuscharm und stoßen als „Abgas“ lediglich klimaneutralen Wasserdampf aus. Tanken können die Busse an der Wasserstofftankstelle an der Bottroper Kläranlage, wo bereits aus Klärgas „grüner“ Wasserstoff gewonnen wird.
Die Bottroper Bewerbung für den energetischen Stadtumbau überzeugte die Jury durch eine schlüssige Gesamtkonzeption, die sich vor allem durch ihre Übertragbarkeit für andere Städte auszeichnet.
Punkten konnte Bottrop vor allem mit einem ganzheitlichen Ansatz unter dem Stichwort „Soziale Stadt“. Das Pilotgebiet ist ein „typisches Stück Ruhrgebiet“, in dem die energetische Sanierung als zentrales Stadtumbauprojekt geplant ist. Eine spürbare Aufbruchstimmung – untermauert durch 20.000 Unterschriften von Bürgern im Pilotgebiet, die vielfältigen Erfahrungen der Stadt mit innovativen Klimaschutz-Projekten sowie neue, erstaunliche Ideen von CO2-fressenden Algen bis zur Wärmegewinnung aus Halden oder ganzen Bergwerken gaben den Ausschlag.



